Ich werde euch nicht erklären, wie ihr leben solltet!
Ich werde beschreiben, wie ich selbst lebe und welche Strukturen ich nutze, um mentale Klarheit, Fokus und Stabilität für die Arbeit mit meiner eigenen Innenwelt aufrechtzuerhalten. Ich werde dabei erläutern, warum ich bestimmte Dinge tue und welche Rolle sie innerhalb meines Alltags spielen.Es handelt sich dabei um persönliche Erfahrungen und nicht um medizinische oder therapeutische Empfehlungen.

Rhythmisierung – Gestaltung des Tagesablaufes
Damit ich abends nüchtern und mit möglichst klarer Wahrnehmung in meine Sessions gehen kann, habe ich meinen Tagesablauf bewusst rhythmisiert.
Bevor ich morgens aufstehe, bleibe ich etwa 15 Minuten ruhig im Bett liegen, damit mein System langsam hochfahren kann. Nach dem Aufstehen trinke ich ungefähr einen halben Liter Wasser mit Flohsamenschalen. Im Laufe des Vormittags folgt ein weiterer halber Liter Wasser, sodass ich bis zum Mittag bereits etwa einen Liter Flüssigkeit aufgenommen habe.
Bis zum Mittag esse ich nichts. Meine erste Mahlzeit besteht überwiegend aus Obst, Gemüse und etwas Körnerbrot ohne klassisches Mehl. Während und direkt nach der Mahlzeit vermeide ich zunächst weitere Flüssigkeitsaufnahme bis ungefähr 15 Uhr. Bis zum Abend trinke ich dann erneut etwa einen halben Liter Wasser.
Gegen 17 Uhr nehme ich meine Hauptmahlzeit zu mir. Diese entspricht einer normalen westeuropäischen Mahlzeit und kann beispielsweise Fleisch, Gemüse oder andere klassische Bestandteile enthalten. Spätestens gegen 18 Uhr endet die Nahrungsaufnahme für den Tag. Ab etwa 20 Uhr nehme ich nur noch Flüssigkeit zu mir, gelegentlich auch ein kleines Süßgetränk.
Ab ungefähr 22 Uhr befindet sich mein Körper meist in einem ruhigen Gleichgewicht. Dadurch entstehen für mich deutlich weniger störende Empfindungen im Verdauungsbereich, sondern eher ein Gefühl von Ruhe und körperlicher Stabilität. In diesem Zustand können für mich tiefere Innenwelt-Meditationen stattfinden, die eine ruhigere und klarere Innenbeobachtung ermöglichen – bis hin zu Zuständen und Erfahrungsräumen, wie sie im Projekt Selbstmodell beschrieben werden.
Von 18 Uhr abends bis zum Mittag des folgenden Tages nehme ich somit keine Nahrung mehr zu mir. Dadurch entsteht täglich ein längerer Verdauungs-Leerlauf von ungefähr 18 Stunden. Für mich hat diese Struktur mehrere Effekte: Mein Verdauungssystem erhält feste Ruhephasen, mein Gewicht bleibt stabiler kontrollierbar und spontane Zwischenmahlzeiten verlieren an Bedeutung.
Auch mein Schlafrhythmus profitiert davon. Da ich meist gegen Mitternacht schlafen gehe, ist mein Magen zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend entlastet. Dadurch kann ich in der Regel schnell und ohne größere Probleme einschlafen.
Schlafqualität und Melatonin
Nach Sonnenuntergang meide ich möglichst blaues Licht. Um weiterhin am Handy oder PC arbeiten zu können, nutze ich spezielle Brillen, welche den Blaulichtanteil reduzieren. Blaues Licht beeinflusst die natürliche Melatoninproduktion, welche bereits einige Zeit vor dem eigentlichen Schlaf einsetzt. Wird dieser Prozess dauerhaft gestört, kann dies das Einschlafen und die Schlafqualität negativ beeinflussen.
Durch die Entlastung meines Verdauungssystems am Abend und den langsam steigenden Melatoninspiegel entsteht für mich ein ruhiger und stabiler Zustand. Ich empfinde dabei keine extreme Müdigkeit, doch sobald ich mich ins Bett lege, dauert es meist keine zehn Minuten mehr, bis ich einschlafe.
Früher hatte ich starke Probleme mit Overthinking und dem Einschlafen. Da ich inzwischen besser verstanden habe, wie die Prozesse meines Selbstmodells funktionieren, nutze ich dieses Wissen heute bewusst. Entscheidend ist dabei, dass das Handy ausgeschaltet bleibt, sobald ich ins Bett gehe. Wenn ich die Augen schließe, beginnt mein Gehirn zunächst weiterhin zahlreiche Gedanken, Szenarien und innere Simulationen zu erzeugen. Früher führte dies oft zu stundenlangem Denken. Heute beobachte ich diesen Prozess zunächst ruhig für einige Minuten, ohne direkt dagegen anzukämpfen.
Danach beende ich bewusst die aktive Bewertung meiner Gedanken. Die Gedanken laufen zwar noch weiter, verlieren jedoch zunehmend ihre emotionale Bedeutung und laufen langsam ins Leere. Parallel reduziere ich die innere Visualisierung immer weiter und lasse meine Innenwelt bewusst in eine ruhige Dunkelheit gleiten. Innerhalb weniger Minuten entsteht dadurch meist ein sanfter Übergang in den Schlaf.
Ich schlafe in der Regel zwischen sieben und neun Stunden – abhängig davon, was mein System benötigt. Zwischen einzelnen REM-Phasen kann es dabei naturgemäß zu kurzen Wachmomenten kommen. Auch diese bewerte ich nicht weiter, wodurch ich meist innerhalb weniger Sekunden wieder einschlafe. Luzide Träume werden so weitgehend unterbunden und können somit den wichtigen Reinigungs oder Wartungszyklus in meinem Gehirn nicht stören.
Aus wissenschaftlicher Sicht spielt hierbei vor allem der Tiefschlaf eine wichtige Rolle. Während dieser Schlafphasen arbeitet das sogenannte glymphatische System besonders aktiv. Dabei werden Stoffwechselprodukte und belastende Ablagerungen aus dem Gehirn ausgeschwemmt. Melatonin gilt hierbei als wichtiger biologischer Taktgeber, da es den Körper auf den Schlaf vorbereitet und stabile Tiefschlafphasen unterstützt. Dadurch entsteht nicht nur subjektive Erholung, sondern vermutlich auch ein wichtiger biologischer Regenerationsprozess für das Nervensystem.

Stressregulation – Strategien im Umgang mit alltäglichen Anforderungen
Neben einem stabilen Schlafrhythmus und den festen Ruhephasen meines Verdauungssystems gibt es weitere entscheidende Faktoren, die dazu beigetragen haben, Stress in meinem Alltag deutlich zu reduzieren.
Ein zentraler Punkt ist dabei die Metakognition also die Fähigkeit, die eigenen inneren Prozesse bewusst wahrzunehmen und zu beobachten. Auch zu diesem Thema habe ich ein eigenes Video erstellt. Das bedeutet für mich: Ich erkenne, wenn mein System emotional reagiert. Dabei unterdrücke ich die Emotion nicht, sondern nehme sie bewusst wahr und lasse ihre Wirkung sanft abflachen. Ich gehe also emotional mit, beobachte jedoch gleichzeitig den inneren Prozess, während er abläuft. Dadurch entsteht mit der Zeit mehr emotionale Kontrolle und innere Stabilität. Gefühle verschwinden nicht, aber sie verlieren ihre unbewusste Dominanz.
Ich habe außerdem gelernt, dass eine hohe kognitive Belastung nicht automatisch zu starkem Stress führen muss. Komplexe Aufgaben oder hohe geistige Anforderungen im Berufsalltag lösen bei mir heute nicht zwangsläufig ein belastendes Stressgefühl aus. Dieses Thema habe ich über viele Jahre beobachtet, untersucht und an mir selbst analysiert. Daraus entstand später auch der Themenbereich „Meta Projekt Berufsleben“.
Damit sage ich nicht, dass es keinen Stress im Berufsleben gibt. Ich glaube jedoch, dass häufig nur der Arbeitsplatz betrachtet wird, während viele andere Faktoren des Alltags gleichzeitig unterschätzt werden.
Die entscheidende Frage lautet daher:
Was belastet mich wirklich?
Ja, der Beruf kann ein Faktor sein – aber oft beginnt Stress deutlich früher und wesentlich tiefer im Alltag.
Ich habe mir diese Frage selbst gestellt. Was ich nun beschreibe, ist daher kein allgemeines Lebensmodell, sondern ein Einblick in meine persönliche Sichtweise und die Strukturen, die ich für mich verändert habe.
Weitere mögliche Stressfaktoren können beispielsweise sein:
- Partnerschaft oder Ehe
- Kinder und familiäre Verantwortung
- Wohnsituation
- Mobilität und Arbeitsweg
- finanzielle Belastungen
- gesundheitliche Probleme
Ich habe erkannt, dass viele Belastungen im Kleinen beginnen und sich über Jahre summieren können. Deshalb habe ich versucht, möglichst viele dieser Faktoren bewusst zu stabilisieren.
Ein Beispiel dafür war die Entscheidung, meinen Wohnort näher an meinen Arbeitsplatz zu verlegen. Dadurch reduzierte sich der tägliche Stress durch Pendeln und Mobilität erheblich.
Auch innerhalb der Familie habe ich meine Sichtweise verändert. Ich habe gelernt, Erwartungen an andere Menschen – selbst an die eigenen Kinder – bewusst zu reduzieren. Meine Aufgabe besteht für mich darin, meine Kinder zu lieben, sie zu begleiten und ihnen Sicherheit zu geben, nicht darin, sie permanent an persönliche Idealvorstellungen anzupassen. Die Stabilität und Integrität der Familie stehen dabei im Vordergrund.
In einer Partnerschaft spielt für mich vor allem gegenseitiger Respekt eine zentrale Rolle. Kein Anschreien, kein Abwerten und kein bewusstes Ignorieren. Diese scheinbar einfachen Grundlagen können einen enormen Einfluss auf die langfristige Stabilität des eigenen Nervensystems haben.
Auch finanzielle Sorgen können eine massive Stressquelle darstellen. Hier kann ich keine allgemeine Lösung anbieten, doch ich habe selbst erlebt, wie stark anhaltende finanzielle Unsicherheit das innere Gleichgewicht beeinflussen kann.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wohnsituation. Ich lebe heute in einer ruhigen Umgebung und in einem stabilen sozialen Umfeld. Die alltäglichen Abläufe funktionieren ruhig und vorhersehbar. Solche Rahmenbedingungen wirken auf den ersten Blick oft unscheinbar, können jedoch einen erheblichen Einfluss auf das eigene Stressniveau haben.
Mit der Zeit habe ich verstanden, dass innere Ruhe nicht nur durch Meditation oder mentale Techniken entsteht, sondern oft bereits durch die grundlegende Struktur des eigenen Alltags vorbereitet wird.
Für mich bedeutet das heute:
Ich suche nicht permanent nach einem „mehr“, sondern lerne bewusst wahrzunehmen, was bereits vorhanden ist. Dadurch entsteht nicht das Gefühl, ständig getrieben zu sein, sondern eher ein Zustand von innerer Stabilität und Ruhe.
Toxine und Gifte
Das Gehirn ist ein äußerst empfindliches und komplexes Organ. Vereinfacht betrachtet kann man es wie ein biologisches Informations- und Verarbeitungssystem verstehen, das permanent Wahrnehmungen, Erinnerungen, Emotionen und innere Simulationen verarbeitet. Eine mögliche Begrenzung auf dem Weg in die eigene Innenwelt ist daher die Menge an Informationen, die gleichzeitig verarbeitet und bewusst erlebt werden kann. Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und innere Prozesse teilen sich dabei dieselben begrenzten Ressourcen.
Aus diesem Grund spielt der allgemeine Zustand des Gehirns eine wichtige Rolle. Schlafqualität, Stresslevel, Reizbelastung und körperliche Stabilität beeinflussen direkt, wie klar und stabil innere Beobachtungsprozesse wahrgenommen werden können. Besonders die visuelle Verarbeitung benötigt enorme Ressourcen, da große Bereiche des Gehirns kontinuierlich damit beschäftigt sind, die äußere Welt in Echtzeit zu interpretieren und als Erlebnis darzustellen.
Aus diesem Grund versuche ich, mein System möglichst frei von unnötigen Belastungen zu halten. Dabei geht es nicht um Perfektion oder allgemeingültige Regeln, sondern um meine persönliche Sichtweise und die Erfahrungen, die ich über viele Jahre gesammelt habe.
➜ Fluorid, Aluminium und künstliche Duftstoffe
Ich versuche Stoffe zu vermeiden, die für meinen Körper keine erkennbare biologische Notwendigkeit besitzen oder mein System unnötig belasten könnten. Dazu gehören für mich unter anderem künstliche Duftstoffe sowie bestimmte chemische Zusätze im Alltag.
➜ Zigaretten
Auf Zigaretten verzichte ich vollständig. Die Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, die Sauerstoffversorgung und das Nervensystem sind aus wissenschaftlicher Sicht umfassend dokumentiert.
➜ Alkohol
Alkohol konsumiere ich nicht. Für mich wirkt Alkohol wie eine direkte Störung der neuronalen Stabilität und der mentalen Klarheit. Besonders im Kontext bewusster Innenbeobachtung empfinde ich ihn als kontraproduktiv.
➜ Koffein und Kaffee
Auch Kaffee gehört nicht zu meinem Alltag. Koffein beeinflusst unter anderem die Adenosin-Rezeptoren und kann dadurch Müdigkeit zeitweise unterdrücken. Für mich entsteht dadurch eher ein künstlich aktivierter Zustand, der dem Gefühl innerer Ruhe und Klarheit entgegenwirkt.
➜ Drogen und bewusstseinsverändernde Substanzen
Auf jede Form von Drogen oder ähnlichen Substanzen verzichte ich vollständig. Aus meiner persönlichen Sicht führen solche Zustände häufig zu Verzerrungen, Fragmentierungen oder fehlerhaften Interpretationen innerer Prozesse. Für die Arbeit mit der eigenen Innenwelt halte ich daher einen möglichst klaren und nüchternen Zustand für entscheidend.
Für mich besteht der Weg nach innen nicht darin, das System künstlich zu verändern oder kurzfristig zu übersteuern, sondern darin, die vorhandene Wahrnehmung möglichst klar, ruhig und unverfälscht beobachten zu können.

Vitamine und Elemnte
Kommen wir zu Vitaminen und essentiellen Elementen.
• Omega-3-Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle für die Stabilität und Flexibilität der Zellmembranen und werden mit verschiedenen Prozessen des Nervensystems in Verbindung gebracht.
• Magnesium ist an zahlreichen biologischen Prozessen beteiligt und beeinflusst unter anderem die Regulation von Nervenzellen sowie die allgemeine Stressverarbeitung des Körpers.
• Vitamin D3 und K2 stehen im Zusammenhang mit verschiedenen hormonellen und stoffwechselbezogenen Prozessen und sind für viele grundlegende Funktionen des Organismus relevant.
Für mich geht es dabei nicht um extremes Biohacking oder künstliche Leistungssteigerung. Das Ziel ist vielmehr, dem eigenen System stabile und möglichst natürliche Grundbedingungen bereitzustellen. Ein stabiles System reagiert nicht auf jeden einzelnen Reiz impulsiv, sondern kann ihn ruhiger wahrnehmen, verarbeiten und beobachten.

Die 80/20 Regel
Das Pareto-Prinzip beschreibt vereinfacht, dass oft bereits 20 % der Ursachen für einen Großteil der Auswirkungen verantwortlich sind. Im Bereich der mentalen Gesundheit bedeutet das für mich:
Nicht jede einzelne Belastung muss vollständig kontrolliert werden, sondern die wichtigsten Stressfaktoren sollten zuerst erkannt und stabilisiert werden. Ein stabiler Schlafrhythmus, ein ruhiges Umfeld, gesunde Beziehungen und die Reduktion dauerhafter Reizüberflutung können bereits einen enormen Unterschied machen.
Wer versucht, jeden kleinen Faktor perfekt zu kontrollieren, erzeugt häufig neuen Stress statt innerer Ruhe. Entscheidend ist daher nicht absolute Perfektion, sondern die Fähigkeit, die wenigen wirklich wichtigen Grundlagen des eigenen Systems nicht dauerhaft zu untergraben.
Ich hoffe, dass diese Einblicke verdeutlichen konnten, dass bewusste Klarheit bereits mit dem eigenen Lebensstil beginnt. Meditationen und mentale Techniken sind dabei nur ein kleiner Teil dessen, was notwendig sein kann, um tiefere Zustände der Innenbeobachtung und Meditation zu erreichen.



