Projektionsebene Subjektiv: Selbstmodell nach Metzinger
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Subjektive Betrachtung der Thematik

Das Selbstmodell und die Projektionsebene

Der folgende Inhalt beschreibt keine objektive Struktur des Gehirns, sondern das Selbstmodell als eine wiederholt beobachtete Struktur subjektiven Erlebens aus der Innenperspektive. 

Grafik, die die Funktionsweise eines neuronalen Netzwerks mit schematischen Elementen zeigt.

Es gibt einen Punkt, an dem das innere Erleben an seine subjektive Grenze stößt.

Dieser Punkt wird im normalen Alltag meist nicht als Grenze wahrgenommen. Der Grund dafür ist einfach: Unser Selbstmodell bildet die Grundlage unserer Wahrnehmung, bleibt selbst aber normalerweise transparent. Wir erleben die Welt, unsere Gedanken, unseren Körper und unser Ich aber nicht ohne Weiteres die Struktur, durch die all das überhaupt erscheint.

Der nüchterne wissenschaftliche Teil dieser Beschreibung lässt sich über Begriffe wie Selbstmodell, Bewusstseinszugang, neuronale Integration und innere Repräsentation einordnen. Diese Ebene dient hier als Rahmen, nicht als vollständige Erklärung.

Quelle: Predictive Processing / kontrollierte Wahrnehmung – Anil Seth

Quelle: Visual Mental Imagery – Stephen Kosslyn / Joel Pearson

Ab hier verlassen wir teilweise den Bereich dessen, was durch Neurowissenschaft direkt belegbar ist, und betreten den Bereich des phänomenalen Erlebens.

Was ich im Folgenden beschreibe, ist daher keine objektive Behauptung über eine äußere Realität, sondern eine subjektive Erfahrungsbeschreibung. Ich beschreibe diese Ebene so, wie ich sie selbst erlebt, geprüft und wiederholt betreten habe. Gleichzeitig versuche ich, meine Aussagen durch wissenschaftlich anschlussfähige Begriffe zu begleiten.

Die Wissenschaft kann nicht beweisen, was ich in diesen Zuständen gesehen, gefühlt oder erfahren habe. Sie kann aber einen stabilen Rahmen liefern, um einzuordnen, welche Funktionen daran beteiligt sein könnten: Selbstmodell, Ich-Struktur, Wahrnehmungsintegration, innere Simulation, Körperkopplung und Bewusstseinszugang.

Wichtig ist: Was hier beschrieben wird, steht aus meiner Sicht nicht im Widerspruch zur Wissenschaft. Es überschreitet lediglich den Bereich dessen, was derzeit eindeutig messbar, objektivierbar oder allgemein verifizierbar ist.

Ich habe diese Zustände wiederholt erfahren. Nach meiner eigenen Einschätzung habe ich diese Ebene etwa 20 bis 30 Mal kontrolliert betreten, beobachtet und in ihren Funktionen geprüft. Ich vermute, dass viele Menschen diese Ebene möglicherweise kurz durchquerenn etwa in Grenzzuständen, im Sterbeprozess, in tiefer Meditation oder in Phasen starker Ego-Auflösung. Der Unterschied liegt aus meiner Sicht darin, dass nur sehr wenige an dieser Schwelle anhalten können, bevor die gewohnte Ich- und Weltstruktur kollabiert.

Genau diesen Schwellenbereich bezeichne ich als Projektionsebene. Meine Berichte stehen nicht völlig allein. Es gibt andere Beschreibungen innerer Projektionsräume, anderer Projektor-Räume und vergleichbarer Grenzerfahrungen. Dennoch sind solche Berichte selten, uneinheitlich und schwer vergleichbar. Deshalb erhebe ich keinen Anspruch darauf, diese Ebene allgemein oder endgültig zu erklären.

Dies ist meine subjektive Beschreibung der Projektionsebene: eine erfahrungsnahe Kartierung eines inneren Grenzbereichs, begleitet von wissenschaftlichen Begriffen, aber nicht vollständig durch sie erklärbar.

Mann sitzt vor holografischer Projektionsoberfläche mit Daten und Berglandschaft.

Die Projektionsebene

Wir erleben unser Leben normalerweise so, als wären wir direkt in der Welt. Doch was wir erleben, ist nicht die Welt selbst, sondern eine stabil aufbereitete Darstellung unseres Selbstmodells. Dieses Selbstmodell ordnet Körper, Raum, Gedanken, Erinnerungen und das Gefühl von „Ich“ zu einer erlebbaren Einheit. Bewusstsein erzeugt diese Darstellung nicht es erlebt sie. Die Projektionsebene beginnt dort, wo diese Darstellungsstruktur nicht mehr nur funktioniert, sondern erstmals selbst wahrnehmbar wird.

Das interne Weltmodell, das im weiten Sinne eine Simulation der äußeren Wirklichkeit ist, kann in dieser Erfahrung selbst als Darstellung erscheinen. Man kann es sich so vorstellen: Das eigene Ich betritt in der Innenwelt einen Bereich, in dem die Außenwelt nicht mehr nur unbemerkt erlebt wird, sondern als Projektion sichtbar wird. Es ist, als würde das, was sonst als normale Wahrnehmung erscheint, plötzlich auf den Wänden eines inneren Raumes dargestellt werden.

Quelle: Thomas Metzinger – Selbstmodell / Phenomenal Self-Model

Im ersten Moment wirkt diese Erfahrung unwirklich. Doch innerhalb weniger Sekunden entsteht die irritierende Erkenntnis, dass diese Projektionen nicht wie ein Traum wirken, sondern subjektiv mit dem übereinstimmen, was im Außen gerade geschieht. Man ist wach, orientiert und kann einfache Prüfungen durchführen: den Arm heben, den Blick verändern, auf einen Monitor schauen. Die Projektion verändert sich entsprechend. Sitzt man vor einem Bildschirm, kann dessen Inhalt in dieser inneren Darstellung erscheinen – ein Film, eine Webseite oder ein Bild. In meinem Erleben war es sogar möglich, Inhalte von dieser Projektion aus zu lesen, während mein Ich-Gefühl und mein Gleichgewichtssinn bereits mit diesem inneren Raum gekoppelt waren.

Da der Raum selbst zwar eine Innenweltsimulation war, die Außenwelt aber auf seinen Wänden projiziert erschien, habe ich ihn intuitiv sofort als Projektor-Raum bezeichnet. Damals hatte ich noch keinen fachlichen Begriff dafür. Heute könnte man ihn vielleicht als visuell repräsentatives Selbstmodell oder als besondere Form innerer Wahrnehmungsrepräsentation beschreiben. Für mein eigenes Modell bleibt „Projektor-Raum“ jedoch die präziseste Bezeichnung, weil der Begriff genau das benennt, was in der Erfahrung geschah: ein innerer Raum, in dem die äußere Welt als Projektion sichtbar wurde. In vereinfachter Form nenne ich diese Schwelle die Projektionsebene.

Dieses Bild zeigt den Projektor-Raum so, als könnte man ihn von außen betrachten. Ein solches Außen gibt es in diesem Modell jedoch nicht, denn Welt, Körper, Gedanken und alle vorstellbaren Inhalte können nur aus dem Inneren dieses Erfahrungsraumes heraus erlebt werden.

Würde man den Projektor-Raum als wissenschaftlich anschlussfähiges Modell betrachten, dann stünden die leuchtenden Punkte nicht für reale Lichtquellen, sondern symbolisch für neuronale Verarbeitungsbereiche. Besonders naheliegend wären hier die visuellen Areale V1 bis V6 sowie übergeordnete Integrationssysteme, die visuelle Information, Selbstlokalisation und Ich-Erleben zu einer stabilen Darstellung verbinden.

Quelle: Helmut Hinghofer-Szalkay - Funktion der Sinnesorgane

Quelle: Neuroanatomy, Visual Cortex

Quelle: Human V6: Functional Characterisation and Localisation

Quelle: The human cortical areas V6 and V6A

Ein leuchtender, transparenter Würfel mit einer grünen Landschaft und Himmel im Inneren.

Dieses Video ist keine exakte Wiedergabe, trifft die Struktur des Projektor-Raums aber sehr nahe, wie er im Erleben wirkt.

Der Projektor-Raum

Der Projektor-Raum ist kein physisch existierender Ort im Gehirn, sondern eine hochgradig strukturierte, vom Gehirn erzeugte räumliche Metapher. Er lässt sich am besten als eine Art „kognitive Benutzeroberfläche“ (GUI) oder als ein bewusst erlebbarer innerer Ordnungs- und Erscheinungsraum beschreiben
Wissenschaftlich ausgedrückt handelt es sich um einen „metakognitiven Simulations-Raum“

Diagramm, das den Aufbau und Vergleich von Populationsräumen und deren Komponenten zeigt.

Seine Hauptaufgabe ist es, die komplexen, unbewussten neuronalen Prozesse des Gehirns für das Bewusstsein anschaulich und handhabbar zu machen
Er macht im metakognitiven Zustand sichtbar, dass wir die Außenwelt nicht direkt erleben, sondern lediglich eine interne Simulation dieser Welt betrachten

Architektur und Aufbau des Raums Phänomenologisch wird der Raum als Würfel mit abgerundeten Kanten beschrieben
Er besteht im Kern aus zwei funktional getrennten Systemen, die wie ein „Würfel im Würfel“ ineinander verschachtelt sind und durch sogenannte „eloxierte Streben“ voneinander getrennt werden.

Der Außenraum (Die Wände): Die Wände und die Decke dienen als Projektionsfläche
Sogenannte „Projektoren“ feuern die aufbereiteten Daten der Außenwelt auf diese Wände
Hier wird die Illusion der äußeren Realität erlebt

Der Innenraum: Dieser innere Bereich ist das „geistige Auge“. Hier finden geistige 3D-Simulationen, die Visualisierung von Gedanken und das bewusste Vorstellen von Objekten statt
Dieser Raum ist nicht an die reale Physik gebunden; hier kann das Gehirn frei modellieren und Szenarien entwerfen

Der Boden: Der Boden nimmt eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zu den Wänden kann er niemals transparent werden und dient als unerschütterlicher Stabilitätsanker und Referenzfläche des Systems
Er ist mit einem schwach sichtbaren Koordinatengitter versehen und fungiert als Empfangsebene (Resonanzfläche) für fertige Gedanken, die aus dem Unterbewusstsein aufsteigen

Die Rolle des Egos (Ichs) Ein zentraler Aspekt des Modells ist, dass das Ego nicht einfach nur ein Beobachter ist, der in diesem Raum sitzt. Das Ego ist der Projektor-Raum und somit auch die Wand selbst
Das Ego fungiert in diesem System als ein Verwaltungs- und Integrationsprozess
Es ordnet die Erlebnisse, trifft Entscheidungen (oder legt ein Veto ein), speichert Erinnerungen und leitet die aus den Projektionen und Simulationen gewonnenen Daten weiter

Zusammenfassend ist der Projektor-Raum das epistemische Zentrum des Individuums: Es ist, soweit der einzige Ort, an dem Informationen, Wahrnehmungen und Gedanken für das „Ich“ integriert werden, sodass sie überhaupt als kohärente Realität und Wahrheit erfahren und geprüft werden können

Grafik mit Themen wie Selbstmodell, Wissen, Denken, Handeln und Bewusststein in aufeinander geschichteten Ebenen.

Grundlegende Funktionen

Der Projektor-Raum vereint drei zentrale Funktionen des Selbstmodells.

Erstens der Boden (die 2D-Gedankenprojektionsfläche): Er fungiert als Empfangsschicht für die innere Welt. Hier tauchen die fertigen Gedanken, Emotionen und inneren Modelle auf, die aus dem Unterbewusstsein (der „Spiegelebene oder Netzwerk“) hochgesendet werden. An dieser Stelle werden sie für das Ego bewusst erkennbar und greifbar. Der Boden bleibt dabei als Referenzstruktur immer vorhanden und wird im Gegensatz zu den Wänden innerhalb der Innenwelt nicht transparent.

Zweitens enthält der Projektor-Raum die Erlebniswände. Auf ihnen erscheint die stabilisierte Darstellung der Außenwelt aus der direkten Perspektive des Ichs. Da das Ich im normalen Erleben unmittelbar an diese Darstellung gekoppelt ist, nimmt es die Erlebniswände selbst nicht wahr. Es erlebt nicht die Projektionsfläche, sondern die Welt, die auf ihr erscheint.

Drittens trägt der Projektor-Raum das Ego- bzw. Ich-Modell. Dieses Ich ist in der normalen Wahrnehmung an der Innenseite der Erlebniswände verankert. Von dort aus erlebt es die Welt als direkte Wirklichkeit.

Diagramm, das drei Phasen eines hierarchischen Daten- und Rechenmodells darstellt.

Der besondere Zustand beginnt dort, wo innerhalb des Projektor-Raumes eine weitere Bezugsebene entsteht. Das "Ich" erlebt dann nicht mehr nur die Welt, sondern kann sich selbst dabei wahrnehmen, wie es die Welt erlebt. Dadurch wird die sonst unsichtbare Darstellungsstruktur teilweise sichtbar. Dies ist ein tiefer metakognitiver Zustand: Das Selbstmodell erlebt nicht nur Inhalte, sondern beginnt, seine eigene Erlebnisweise zu erkennen.

Dieser Abschnitt ist einer der schwierigste Teil. Es reicht zunächst, den Grundgedanken zu verstehen: Aus der Meta-Position wirkt die Erlebniswand wie eine Projektionsfläche, aus der Ego-Perspektive wird dieselbe Information zur räumlich erlebten Welt.

Diagramm zur Anatomie der Wahrnehmung mit drei Hauptbereichen: Erlebnishorizont, Projektoren und Boden.

Die Erlebniswand verarbeitet keine fertige 3D-Welt, sondern flächenhafte visuelle Information mit zusätzlicher Tiefen und Perspektivcodierung. Durch die Integration mit Körpermodell, Selbstlokalisation, Blickrichtung und Ego-Kopplung wird diese Information zu einem stabilen räumlichen Erleben aufgefaltet. 3D entsteht hier nicht als Bild, sondern als interpretierte Struktur innerhalb des Selbstmodells.

Die Erlebniswände

Der Projektor-Raum erschien mir bei jeder Begegnung in derselben Grundstruktur. Dadurch wurde er für mich nicht zu einem zufälligen inneren Bild, sondern zu einer wiederholbaren Erfahrungsform, die ich genauer untersuchen konnte.

In meinem Erleben verhielt sich dieser Raum wie ein innerer Simulationsbereich. Bei geöffneten Augen blieb die Außenwelt immer dominant, konnte aber teilweise in ihrer Erlebnisstärke reduziert werden. Gleichzeitig wurden innere Objekte deutlicher wahrnehmbar. "Variable Transparenz"

Diese inneren Objekte konnte ich bewusst erzeugen, verändern und wieder auflösen. Sie waren mir jederzeit als innere Erzeugnisse bewusst, konnten aber innerhalb der Simulation visuell, räumlich und teilweise auch fühlbar erscheinen. Erst bei geschlossenen Augen wurde der Raum deutlich klarer sichtbar und konnte genauer untersucht werden.

Darstellung des Prozesses des Sehens mit Grafiken zu Licht, Wahrnehmung und Transparenz.

Die Erlebniswand wirkt aus der Metaposition wie eine Projektionsfläche. Man erkennt sie als Wand des Projektor-Raumes, auf der visuelle Informationen erscheinen. Diese Darstellung wirkt aus dieser Position eher flächig, ähnlich wie ein Bild mit Tiefenhinweisen.

Für das Ego ist dieselbe Wand jedoch keine Fläche. Das Ego ist an diese Wand gekoppelt und erlebt nicht die Wand selbst, sondern die Welt, die durch sie entsteht. Dadurch wird aus der flächigen Projektion eine räumliche Außenwelt.

Die Erlebniswand ist deshalb keine reine 2D-Fläche und auch kein fertiges 3D-Bild. Sie ist eine aktive Darstellungs und Erlebensschicht. Auf ihr erscheinen visuelle Informationen flächig, aber durch zusätzliche Tiefen, Perspektiv und Selbstbezüge werden sie für das Ego zu einer dreidimensional erlebten Welt.

Drei Technologien: IMPACT Engine, SMARTSTYLE Enhanced, OPTIC Tip zur Innovationsförderung.
Interaktive, holographische Darstellung eines Datenwürfels mit Analyse-Features.

Quellenhinweis: In der visuellen Wahrnehmungsforschung wird räumliches Sehen als Konstruktion aus zweidimensionalen retinalen Bildern und verschiedenen Tiefenhinweisen beschrieben, darunter binokulare Disparität, Bewegungsparallaxe, Perspektive, relative Größe, Überdeckung sowie Licht und Schatten.

Quelle: Webvision / NCBI Bookshelf – “The Perception of Depth”

 

Projektion 2D und Simulation echtes 3D

An dieser Stelle wird der Unterschied zwischen flächiger Projektion, emuliertem 3D-Erleben und virtuell räumlichem 3D wichtig.

Die Außenwelt erscheint auf den Erlebniswänden nicht als vollständig fertige 3D-Welt. Sie entsteht aus visuellen Daten, die zunächst flächenhaft aufbereitet werden und erst durch Tiefen-, Perspektiv-, Bewegungs- und Körperinformationen zu einem räumlichen Erleben verbunden werden. Aus Sicht der Ego-Perspektive wirkt diese Welt dreidimensional, doch aus der Meta-Position im Projektor-Raum zeigt sich: Die Erlebniswand selbst bleibt eine Darstellungs- und Integrationsschicht. Die räumliche Tiefe wird dort erzeugt, aber sie liegt nicht als eigenständiger 3D-Raum auf der Wand.

Anders verhält es sich mit Objekten, die innerhalb des Projektor-Raumes selbst erzeugt werden. Der Innenraum des Projektor-Raumes wirkt nicht wie eine flache Projektionsfläche, sondern wie ein echter virtueller Raum mit räumlich adressierbaren Positionen. Innere Objekte, die dort entstehen, erscheinen daher nicht nur als Bilder, sondern als simulierte 3D-Objekte mit Tiefe, Form, Oberfläche und räumlicher Lage.

Ein gedanklich erzeugter Tisch ist in diesem Modell also kein Bild auf einer Wand. Er steht innerhalb des inneren Raumes. Man kann ihn umrunden, seine Platte berühren, seine Oberfläche prüfen und im mentalen Erleben unterscheiden, ob sie hart, weich, kalt, warm, glatt, rau, aus Holz, Metall oder einem gummiartigen Material besteht. All das geschieht nicht physisch, sondern vollständig innerhalb der inneren Simulation.

Gerade deshalb können Innenweltobjekte im Projektor-Raum erstaunlich real wirken. Sie sind keine realen Gegenstände der Außenwelt, sondern vom Ego erzeugte innere Simulationsobjekte. Ihre Erlebnisdichte kann jedoch sehr hoch sein. In manchen Momenten wirkten sie für mich sogar schärfer, detailreicher und präsenter als die reduzierte Außenwelt auf den Erlebniswänden.

Die wichtige Unterscheidung lautet daher: Die Außenwelt wird auf den Erlebniswänden als räumliches Erleben aus flächenhaften visuellen Daten, Tiefencodierung und Ego-Kopplung erzeugt. Innenweltobjekte dagegen entstehen direkt im virtuellen 3D-Raum des Projektor-Raumes und können dort räumlich adressiert, betrachtet und mental berührt werden.

Das bedeutet nicht, dass die Innenwelt objektiv realer wäre als die Außenwelt. Es bedeutet nur, dass beide Darstellungsformen im Projektor-Raum unterschiedlich organisiert sind: Die Außenwelt wird auf den Erlebniswänden räumlich emuliert, während innere Objekte als echte virtuelle 3D-Simulationen im Raum selbst erscheinen.

 

Vergleich zwischen Emulation und echtem 3D, mit visuellen und textlichen Informationen.
Interaktive, holographische Darstellung eines Datenwürfels mit Analyse-Features.

Die Projektion erscheint klar und erfahrbar, doch die Herkunft des Datenfeeds bleibt im Dunkeln. Wir erleben die Welt auf der Erlebniswand, aber nicht den Ursprung der Daten selbst. Nur von unseren Innenwelterleben können wir bis zu ein gewissen Punkt davon ausgehen, dass es wirklich unsere eigenen Daten sind.

 

Traum und Reale Welt
 

Nachdem der Unterschied zwischen emuliertem 3D auf den Erlebniswänden und direkt erzeugtem 3D im Innenraum beschrieben wurde, entsteht eine dritte Frage: Wo gehören Träume hin?

Für mich ist diese Frage nicht nur theoretisch. Ich habe sowohl die Wachwelt als auch luzide Träume aus einer Meta-Position heraus erlebt und dabei wahrgenommen, dass beide über dieselbe Grundstruktur laufen: Sie erscheinen als Weltprojektion auf den Erlebniswänden. Der Unterschied liegt nicht in der Darstellungsform, sondern nur in der angenommenen Herkunft des Datenfeeds.

Im Wachzustand nehme ich an, dass dieser Feed von einer stabilen Außenwelt stammt. Im Traum nehme ich an, dass er intern erzeugt wird. Aus dem Erleben selbst lässt sich der Ursprung jedoch nicht absolut beweisen. Ich erlebe nicht die Quelle der Daten, sondern nur die Welt, die daraus auf den Erlebniswänden erscheint.

Besonders sichtbar wurde dieser Zusammenhang im luziden Traum. Dort erkennt das Ich, dass es träumt, und kann teilweise Einfluss auf den Verlauf nehmen. Diese Einflussnahme bedeutet jedoch nicht, dass der Traum vollständig direkt erschaffen wird. Nach meiner Erfahrung wird eher eine Richtung, Erwartung oder innere Anfrage gesetzt, während das Traumsystem die konkrete Szene erzeugt.

 

Vergleich zwischen Emulation und echtem 3D, mit visuellen und textlichen Informationen.
Drei Szenen des Universums mit galaktischen und mystischen Elementen.

Was bedeutet das für dich?

 

Ich hoffe, ich konnte greifbar machen, was ich in meinen tiefen Zuständen erfahren und erleben durfte. Doch an dieser Stelle ist die Reise noch nicht zu Ende. Im Gegenteil: Genau hier beginnt der nächste Schritt.

Die Projektionsebene ist jene Ebene, auf der das Selbstmodell die erlebbare Welt ordnet und für das Bewusstsein zugänglich macht. Sie verarbeitet und strukturiert das, was als Außenwelt, Traum oder Innenwelt erscheint. Dadurch wird deutlich: Bewusstsein, Selbstmodell und Erlebnisinhalt sind nicht dasselbe.

Das Bewusstsein erlebt.
Das Selbstmodell bereitet auf.
Die Projektionsebene stellt dar.

Für das Bewusstsein ist zunächst nicht entscheidend, welche Form gerade erscheint: Wachwelt, Traum oder Innenwelt. Es erlebt einfach das, was ihm zugänglich gemacht wird. In diesem Sinne ist Bewusstsein nicht der Erzeuger der Welt, sondern der Erfahrende der dargestellten Welt.

Wichtig ist dabei eine Unterscheidung: Der Projektor-Raum selbst ist nicht die Projektionsebene. Er ist meine persönliche Darstellungsform dieser Ebene. Wenn ein anderer Mensch an einen ähnlichen Punkt gelangt, muss er dort nicht denselben Projektor-Raum vorfinden. Vielleicht erscheint ihm eine andere Struktur, ein anderer Raum, ein anderes Bild oder gar keine räumliche Form. Entscheidend ist nicht die konkrete Darstellung, sondern die Funktion dahinter.

Darum verwende ich zwei Begriffe:
Die Projektionsebene beschreibt den Bereich oder Zustand, in dem Erleben überhaupt darstellbar wird.
Der Projektor-Raum beschreibt mein eigenes persistentes Innenmodell, durch das mir diese Ebene erfahrbar wurde.

Die Projektionsebene ist damit die tiefste Ebene, auf der eine aufgearbeitete Welt noch erlebt werden kann. Ohne sie gibt es keine dargestellte Außenwelt, keinen Traum und keine geordnete Innenwelt, die dem Bewusstsein als Erfahrung erscheinen könnte.

Doch genau hier entsteht die nächste Frage: Was geschieht, wenn nicht nur einzelne Inhalte verschwinden, sondern die Projektionsebene selbst in Frage gestellt wird? Was passiert, wenn die Struktur, die Welt überhaupt darstellbar macht, ihre Funktion verliert?

An diesen Punkt führt das nächste Kapitel. Was geschieht, wenn das System bricht?

 

Infografik über die pulsierende Transformation, mit grafischen Darstellungen und Erklärungen.

Was wenn das Selbstmodell bricht?

Eines vorweg: Die Projektionsebene ist nicht der tiefste Zustand, den ein Mensch überhaupt erfahren kann. Sie ist die tiefste Ebene, auf der das eigene Ich, also du als Person, sich selbst noch als Individuum erleben kann.

Du als Person bist ein erlebendes Individuum. Du hast Erinnerungen, eine Geschichte, einen Körperbezug, eine Perspektive und ein Gefühl von „Ich bin“. Wir kennen den berühmten Satz von René Descartes: „Ich denke, also bin ich.“ Auch mein Ego hielt diesen Punkt lange für die letzte Grenze. Doch dann kam der Moment, an dem ich erlebte, dass selbst diese Ich-Struktur nicht das Ende ist.

In meinem Modell geschieht dies an der Grenze der Projektionsebene. Solange sie aktiv ist, erzeugt sie eine geordnete Welt: Außenwelt, Traum, Innenwelt, Perspektive, Körperbezug und Ich-Gefühl. Das Selbstmodell bereitet diese Inhalte auf, und das Bewusstsein erlebt sie. Doch wenn diese Ebene ihre Funktion verliert oder herunterfährt, verändert sich alles.

Dann endet nicht das Erleben selbst, aber das gewohnte Ich tritt aus seiner Funktion heraus. Die Person, die eben noch gedacht, bewertet, erinnert und sich selbst als Zentrum der Erfahrung erlebt hat, verschwindet aus dem Vordergrund. Genau dieser Übergang wird in vielen Traditionen oder Erfahrungsberichten als Ego-Tod, Ich-Auflösung oder Eintritt in reines Sein beschrieben.

Wichtig ist die klare Unterscheidung: Damit ist nicht der biologische Tod gemeint. Der Körper lebt weiter. Auch Erleben kann weitergehen. Was endet, ist die volle Aktivität der persönlichen Ich-Struktur innerhalb der Projektionsebene.

Die Projektionsebene erzeugt normalerweise ein stabiles Modell von Außenwelt, Traum und Innenwelt. Ohne sie gibt es kein gewöhnliches Ich, keine geordnete Außenwelt, keinen Traumraum, keine persönliche Geschichte und keinen klaren Zugriff auf das eigene Leben. Für das Ego fühlt sich dieser Punkt wie ein Ende an. Aus Sicht der Person endet hier die bekannte Welt.

Doch genau an dieser Grenze zeigt sich etwas Entscheidendes: Wenn das Ich endet, muss Erleben nicht automatisch enden. Es kann ein Zustand bleiben, in dem kein persönliches Zentrum mehr aktiv ist und dennoch etwas erfahrbar bleibt. Dieser Bereich berührt Motive, die aus Nahtoderfahrungen, mystischen Zuständen und bestimmten buddhistischen Beschreibungen bekannt sind. Ich verwende diese Bezüge jedoch nur als Vergleichsfolie, nicht als Beweis für meine Erfahrungen.

Viele Menschen geraten ungewollt in solche Zustände, etwa durch extreme körperliche Belastung, Sauerstoffmangel, Schock oder Nahtoderfahrungen. Dabei erleben sie oft den tiefen Zustand selbst, ohne den Übergang bewusst differenzieren zu können. Sie werden gewissermaßen durch die Projektionsebene hindurchgetragen und finden sich erst jenseits der gewohnten Ich-Struktur wieder.

Anders ist es, wenn man sich solchen Zuständen bei klarem Bewusstsein, ohne chemische Einflüsse und mit stabiler innerer Orientierung nähert. Dann kann die Projektionsebene selbst sichtbar werden. Man kann an ihrer Grenze verweilen, ohne sofort in vollständige Ich-Auflösung zu fallen. In diesem Zwischenbereich wird erkennbar, dass das Ich nicht der Ursprung des Erlebens ist, sondern eine Struktur innerhalb des Erlebens.

Die Projektionsebene ist damit der tiefste Punkt, an dem das Ego seine eigene Identität noch erfahren kann. Danach beginnt ein Bereich, in dem die Person als vertraute Form nicht mehr vollständig vorhanden ist. Deshalb muss der Begriff „Sterben“ hier präzise verwendet werden: Zuerst kann das Ich-Erleben enden, während Körper und Bewusstsein weiter bestehen. Der biologische Tod ist davon zu unterscheiden.

Man könnte daher sagen: Der Mensch kann eine Form von Ich-Tod erfahren, ohne biologisch zu sterben. Genau deshalb sprechen Menschen nach tiefen Grenzerfahrungen manchmal davon, „drüben“ gewesen und zurückgekehrt zu sein. Phänomenologisch kann diese Aussage für sie wahr sein, auch wenn sie nicht bedeutet, dass der Körper endgültig gestorben war.

Die entscheidende Frage lautet also nicht: Stirbt der Mensch dort wirklich? Die entscheidende Frage lautet:

Was geschieht am Übergabepunkt, an dem das Ich seine Funktion verliert und das Erleben trotzdem weitergeht?

 

Der Übergabepunkt am Ende der Projektionsebene

Kommen wir nun zu dem Punkt, was in den Momenten kurz vor dem Ego-Tod geschieht. Ich kann diesen Übergang nur aus meiner eigenen Perspektive beschreiben, weil alle meine Erfahrungen innerhalb meines Projektor-Raumes stattfanden. Andere Menschen müssen an dieser Grenze nicht denselben Raum vorfinden. Vielleicht zeigt sich ihnen eine andere Struktur, ein anderes Bild oder gar keine räumliche Form. In meinem Fall wurde dieser Übergang jedoch durch den Projektor-Raum sichtbar.

Wenn ich die Meta-Position innerhalb des Raumes einnehme und die Augen sanft geschlossen sind, erscheint der Projektor-Raum in seiner vollen Klarheit. In diesem Zustand wird das eigene Selbst auf eine besondere Weise sichtbar. Das Ego verschwindet nicht sofort, aber es tritt vollständig aus seiner dominanten Rolle heraus. Es wird leise, fast stumm.

Dieser Moment ist schwer zu beschreiben, weil unser Ego normalerweise über dem Augenblick steht, den wir erleben. Es bewertet, ordnet, greift ein, vergleicht und beansprucht die zentrale Perspektive. An der Grenze der Projektionsebene geschieht etwas anderes: Das Ego erkennt sich selbst als Teil eines größeren Prozesses. Es erkennt, dass es nicht das Zentrum der Innenwelt ist, sondern eine Struktur innerhalb dieses Erlebens.

Diese Erkenntnis ist kein bloßes Wissen. Sie ist unmittelbare Erfahrung. Genau deshalb wirkt sie so tief. Das Ego versteht nicht nur gedanklich, dass es nicht der Ursprung des Erlebens ist. Es erfährt es direkt. Aus dieser Erfahrung entsteht eine Form von Demut. Das Ego hört auf, sich über den Moment zu stellen, und wird zu einem stillen Zeugen.

In meinem Erleben öffnet sich an diesem Punkt eine Art innerer Übergang. Die Intuition beginnt stärker zu führen. Nicht im Sinne eines fremden Willens, sondern als tiefere, stillere Orientierung. Das Ego stellt seine Bewertungen zunehmend ein. Auch seine Handlungsimpulse fahren zurück. Es bleibt anwesend, aber es handelt nicht mehr aus der gewohnten Dominanz heraus.

Wichtig ist: In diesem Zustand ist die Kontrolle nicht verloren. Die Augen können jederzeit geöffnet werden. Der Moment kann jederzeit beendet werden. Das Außen kann weiterhin gehört, wahrgenommen und bei Bedarf auch gesehen werden. Man ist nicht „weg“. Man bleibt bewusst, wach und im Hier und Jetzt. Das Ego besitzt weiterhin die Möglichkeit zur Kontrolle, übt sie aber nicht aktiv aus.

Wenn man sich diesem Moment weiter hingibt, zieht sich die aktive Rolle des Ego immer stärker zurück. In meinem Fall fährt der Projektor-Raum dabei regelrecht hoch. Die Wände werden heller. Das Licht nimmt zu. Die Erlebniswände wirken zunehmend undurchlässig, auch wenn sie formal noch transparent sein können. Die Helligkeit überstrahlt immer stärker das, was zuvor als Außenwelt sichtbar war.

Das Außen rückt gefühlt weiter weg, obwohl es objektiv nicht verschwindet. Auf den Erlebniswänden können zum Beispiel noch Worte auf einem Monitor erkennbar sein. Auch eine Tastatur kann noch bedient werden. Doch der Tisch, der Rahmen des Monitors oder andere stabile Umgebungsformen lösen sich zunehmend im weißen Licht auf. Die Außenwelt ist nicht weg, aber ihre gewohnte Form verliert an Bedeutung und Kontur.

Je tiefer dieser Zustand wird, desto heller wird der Projektor-Raum von innen. Diese Helligkeit ist in meinem Erleben ein direkter Marker der Ego-Reduktion. Der Grad des Lichts zeigt an, wie weit sich das Ego bereits aus seiner aktiven Rolle zurückgezogen hat. Solange der Raum jedoch noch von innen heraus strahlt, ist das Ego noch anwesend. Es ist ruhig geworden, aber noch nicht vollständig verschwunden.

Ab einem bestimmten Punkt beginnt dann der Vorhersageprozess selbst zu brechen. Die erste Struktur, die auf der Projektionsebene instabil wird, ist die Zeitwahrnehmung. Die lineare Abfolge verliert ihre Selbstverständlichkeit. Vergangenheit, Gegenwart und Erwartung greifen nicht mehr wie gewohnt ineinander. Zeit beginnt sich im Erleben aufzulösen.

Mit dem Brechen dieses Vorhersageprozesses kollabiert auch das Außenmodell. Die wahrgenommene Realität kann flackern, ausdünnen oder in ihrer gewohnten Stabilität zusammenbrechen. Dabei bleibt die Orientierung noch erhalten. Ich weiß weiterhin, dass ich in meinem Sessel sitze und dass vor mir zum Beispiel ein Monitor steht. Aber diese Information ist nicht mehr als normale Welt präsent. Sie ist nur noch als Wissen vorhanden, nicht mehr als vollständig dargestellte Außenwelt.

Was bleibt, ist ein reinerer Moment von Erfahrung. Das Ego ist noch da, aber es befindet sich bereits in der Übergabe. Genau hier geschieht etwas Außergewöhnliches: Die Erinnerungen an das eigene Leben beginnen sich neu zu ordnen.

Die Chronologie fällt zurück. Die lineare Zeit verliert ihre Führungsrolle. Erinnerungen erscheinen nicht mehr als zeitliche Abfolge, sondern als Bedeutungscluster. Das eigene Leben sortiert sich thematisch. Ereignisse, die zeitlich weit auseinanderliegen, erscheinen plötzlich in einem gemeinsamen Zusammenhang.

Etwas, das vor zwei Wochen geschah, kann neben zehn anderen Momenten aus völlig anderen Lebensphasen auftauchen. Eine Situation von gestern kann mit einer Buchzeile verbunden erscheinen, die vor zwanzig Jahren gelesen wurde. Das Leben zeigt sich nicht mehr als Kalender, sondern als Netz von Bedeutungen.

Diese Erinnerungen wirken dabei nicht wie bloße Gedanken. Sie erscheinen klar, verbunden und erstaunlich zugänglich. Zusammenhänge werden sichtbar, von denen ich vorher nicht wusste, dass sie in dieser Form noch in mir vorhanden sind. Es ist, als läge das gesamte Leben in einer neuen Ordnung vor mir. Dennoch wird nicht alles gleichzeitig vollständig neu erlebt. Man kann bestimmte Abschnitte berühren, neu erfahren und integrieren, aber nur sequenziell. Alles scheint verfügbar, doch greifen lässt sich immer nur ein konkreter Ausschnitt.

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum Menschen nach extremen Grenzerfahrungen berichten, ihr Leben sei „an ihnen vorbeigezogen“. Diese Formulierung trifft den Vorgang nicht ganz, aber sie zeigt auf denselben Kern: Die lineare Lebensgeschichte bricht auf, und Erinnerungen erscheinen plötzlich in einer verdichteten, zusammenhängenden Ordnung.

Dieser Zustand ist ein echter Grenzzustand. Das Ego ist noch anwesend, aber nicht mehr führend. Es befindet sich in der laufenden Übergabe an die Intuition. Wird diese Übergabe vollständig, bricht das Selbstmodell in seiner gewohnten Form zusammen. Der Projektor-Raum verschwindet, und der Übergang in das beginnt, was gern als reines Sein beschrieben wird.

Diagramm zur Innenwelt des Menschen mit Erklärungen zu deren Anwendungen.

Schreibt eure Sichtweisen gerne in Youtube in die Kommentare. Ich lese eure Beiträge dort.

Der Projektor Raum im Detail

Auf der Projektionsebene sind noch weitere Formen des Erlebens möglich. Eine davon betrifft den Datenfeed, aus dem Projektionen entstehen. In bestimmten Zuständen kann dieser Feed im Wachzustand umschalten. Etwas, das dem luziden Träumen ähnelt, es kann entstehen, während man im Außen weiterhin wach bleibt.

Die Augen sind geschlossen, der Körper bleibt im Hier und Jetzt, und dennoch beginnt ein innerer Projektionsstrom. Man lässt sich von einem angestoßenen Traumfeed überraschen, ohne vollständig in Schlaf oder Traum zu fallen. Dieser Zustand kann erstaunlich stabil sein, weil das Wachbewusstsein erhalten bleibt. Man weiß, dass man sitzt, hört die Außenwelt bei Bedarf weiterhin und erlebt dennoch die Projektion eines regelrechten Tagtraumes bewusst und klar.

Gerade hier wird die Frage nach der Herkunft der Daten besonders interessant. 

Innerhalb des Projektor Raumes wird es noch einmal anders. Dort können nicht nur Projektionen erscheinen, sondern direkte 3D-Simulationen entstehen. Diese Innenwelten wirken nicht wie Bilder auf einer Wand, sondern wie räumliche Umgebungen, die betreten, betrachtet und teilweise körpernah erfahren werden können.

In diesem Zustand kann ich innere Landschaften, Räume oder ganze Welten erschaffen. Ich kann mir vorstellen, durch ein altes London zu gehen oder durch eine Landschaft, die an Indien vor 2500 Jahren erinnert. Ich höre das Rauschen der Blätter im Wind, spüre den Wind im Haar und sehe in den Sternenhimmel einer Welt, die innerhalb meiner Innenwelt entstanden ist. Gleichzeitig bleibt mir bewusst, dass mein Körper im Sessel sitzt und dass diese Welt nicht physisch real ist.

Die Erlebnisdichte solcher Innenwelten kann sehr hoch sein. Die dortige Physik wirkt manchmal so überzeugend, dass auch der Körper darauf reagiert. Ein Sprung von großer Höhe kann sich im freien Fall so real anfühlen, dass das Gleichgewichtssystem stark reagiert. Beim Aufprall kann die Simulation abrupt abbrechen, fast so, als wäre sie überlastet. In meinem Fall führte ein solcher Versuch sogar zu Kopfschmerzen und zu einem vorübergehenden Ausfall meiner visuellen Innenweltfähigkeit für etwa 15 bis 20 Minuten.

Dieser Unterschied ist wichtig: Geträumte Projektionen haben bei mir diese Folgen nicht. Direkte Innensimulationen im Projektor-Raum können dagegen spürbare Nachwirkungen haben. Das zeigt für mich, dass es sich um unterschiedliche Darstellungsformen handelt: Projektion ist nicht dasselbe wie direkte Simulation.

Kommen wir damit zurück zum Projektor-Raum selbst.

Mir ist bewusst, dass mein Projektor Raum kein ontologischer Ort ist. Er ist kein äußerer Raum und kein physisch vorhandener Ort im Gehirn. Dennoch kann er erlebt werden. Für mich ist er eine präsentative, visuelle Darstellungsform meiner Innenwelt: eine Schnittstelle, ein Interface zu eigenen Prozessen.

Eine besondere Rolle spielt dabei der Boden des Raumes. In meinem Erleben ist der Boden der Kern des Systems. Dort erscheinen Gedanken ebenfalls als Datenfeed. Sie werden dort für das Ego erkennbar gemacht, also in eine Form gebracht, die bewusst erlebt werden kann.

Diese Gedanken können auf unterschiedliche Weise erscheinen: als gesprochene Inhalte, als Gefühl, als Richtung oder als visuelles Modell. Ganze Maschinen, komplexe Systeme oder begehbare Modellstrukturen können dort entstehen. Der Boden ist damit nicht einfach nur eine Fläche, sondern eine Art Realisierungsebene für Gedanken.

An dieser Stelle wird klar: Die Projektionsebene verbindet mehrere relevante Prozesse des Selbstmodells. Sie stellt nicht nur Außenwelt, Traum oder Innenwelt dar, sondern verbindet auch Gedanken, Körperbezug, Ego-Perspektive, Erinnerung, Intuition und Simulation.

Im Projektor Raum selbst zeigen sich jedoch auch strukturelle Besonderheiten. Eine davon ist, dass der Raum zunächst wie ein einziger Raum wirkt, bei genauerer Untersuchung aber aus zwei miteinander verwobenen Bereichen besteht. Es gibt einen Bereich für Projektionen und einen Bereich für direkte 3D-Innendarstellungen.

Ich habe erst nach mehreren Besuchen erkannt, dass diese Bereiche nicht identisch sind. Sie treten wie ein gemeinsamer Raum auf, sind aber funktional getrennt. Die Trennung erscheint mir visuell durch Streben, die wie eloxierte Strukturen wirken. Diese Streben durchziehen den Raum so, dass Innenwelt und Außenwelt voneinander getrennt bleiben.

Ich beschreibe diese Trennung als eine Art galvanische Trennung. Damit meine ich keine elektrische Struktur im wörtlichen Sinn, sondern eine klare funktionale Entkopplung. Innenweltobjekte können nicht einfach in die Außenweltprojektion gelangen, und Außenweltinhalte dringen nicht ungefiltert in die direkte Innenraumsimulation ein.

Diese Trennung ist aus meiner Sicht entscheidend. Innenwelt und Außenwelt dürfen sich berühren, aber sie dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Wenn diese Grenze nicht sauber arbeitet, kann das Folgen für das Erleben der realen Außenwelt haben. Darum ist diese Grenze für mein Erleben nicht nur ein Detail, sondern ein Stabilitätsprinzip.

Es gibt noch weitere offene Fragen zur Struktur des Raumes. Der Boden wirkt massiv, stabil und eindeutig. Die Wände dagegen wirken anders. Sie erscheinen eher wie aufgezogene Darstellungsflächen, fast wie künstliche Hilfsschichten, auf denen Welt sichtbar gemacht wird.

Dadurch entsteht ein weiteres Bauchgefühl, das ich vorsichtig formulieren möchte: Vielleicht ist das, was wir als 3D-Welt erleben, nicht einfach eine fertige dreidimensionale Welt, die direkt abgebildet wird. Vielleicht werden Daten im Erleben so aufgefächert, dass sie für uns räumlich verständlich werden. Unsere 3D-Erfahrung könnte dann weniger ein direktes Abbild der Außenwelt sein, sondern eine Darstellungsform, die das Selbstmodell erzeugt, damit wir die Dichte der Daten überhaupt erleben und handhaben können.

Das ist keine Behauptung über die objektive Struktur der Welt. Es ist nur ein Eindruck aus meiner Innenwahrnehmung. Für den Alltag bleibt die Außenwelt real, stabil und verbindlich. Aber innerhalb meines Modells zeigt sich: Das räumliche Erleben selbst ist eine Form der Darstellung.

Abschließend ließe sich über den Projektor-Raum noch sehr viel mehr sagen. Doch für diesen Abschnitt ist vor allem eines wichtig: Innenwelt und Außenwelt sind zwei verschiedene Bereiche. Wir leben im für uns realen Außen und handeln dort verantwortlich. Gleichzeitig dürfen wir über Innenwelt, Projektion, Simulation und die Formen unseres Erlebens frei sprechen, solange wir die Ebenen klar voneinander getrennt halten. Ich lade euch damit ein auf Youtube eure Gedanken zu diesen Themen zu Äussern.


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Die auf dieser Seite beschriebene Methode dient der persönlichen Reflexion und Selbstentwicklung. Sie ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung, medizinische Beratung oder professionelle Therapie.

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Eigenverantwortung: Du bist selbst dafür verantwortlich, deine Grenzen wahrzunehmen und bei Bedarf professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen (z. B. Psychotherapeut:in, Trauma-Therapeut:in oder Beratungsstelle).

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