Selbsttest-Apfelraumtest
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im eigenen Erleben

Starte einen meditativ geführten "Apfelraum-Test"und erfahre in nur 10 Minuten, wie tief deine innere Modellierung greift.

Hinweis & Rahmen

Der Apfelraumtest

Hinweis zum Apfelraum-Test

Der Apfelraum-Test wurde im Rahmen dieses Selbstmodell-Projekts entwickelt und dient der persönlichen Reflexion über innere Wahrnehmung, Vorstellungskraft und Modellierung. Er ist kein psychologisches Diagnoseverfahren, keine Therapie und ersetzt keine psychotherapeutische, medizinische oder professionelle Beratung.

Bitte führe den Test nur in einem stabilen inneren Zustand durch und brich ihn ab, wenn du dich unwohl, überfordert oder emotional stark belastet fühlst. Die beschriebenen Begriffe wie „Innenwelt“, „Projektionsebene“ oder „Selbstmodell“ werden hier als Arbeitsbegriffe dieses Projekts verwendet und dienen der Einordnung persönlicher Erfahrungen, nicht der Feststellung einer Erkrankung oder Störung.

Dieser Selbsttest wurde 2025 im Rahmen des Selbstmodell-Projekts entwickelt und dient der persönlichen Reflexion über innere Wahrnehmung, Vorstellungskraft und Modellierung. Er ersetzt keine Therapie oder professionelle Beratung und sollte nur in einem stabilen inneren Zustand durchgeführt werden.

Bitte starte zuerst den Test und lies erst danach die Erklärung. Wenn du die Auswertung vorher liest, könnte dein Ergebnis beeinflusst oder verfälscht werden.

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Was bewirkt dieser Test

Der Apfelraum-Test ist ein erster Oberflächentest zur eigenen inneren Modellierung. Er prüft verschiedene Wahrnehmungs- und Zugangsbereiche deiner Innenwelt, ohne tief in persönliche Themen einzugreifen. Wichtig ist: In der eigenen Innenwelt gibt es keine falschen Inhalte. Es gibt in diesem Test also kein richtig oder falsch.

 

Der Apfelraum-Test ist kein klassischer Psychotest und ordnet dich nicht in feste Schubladen ein. Er funktioniert eher wie eine Zugangsabfrage: Durch einfache innere Bilder, Bewegungen und Wahrnehmungsaufgaben wird sichtbar, welche Bereiche deiner inneren Modellierung bereits leicht zugänglich sind und welche eher abstrakt, unscharf oder nicht visuell erscheinen.

 

Man kann sich den Test wie ein Echolot vorstellen, das einen sanften Impuls in die Innenwelt sendet und beobachtet, welche Antwort zurückkommt. Aus dem, was du wahrnimmst, beschreibst oder nicht wahrnehmen kannst, entsteht keine Bewertung, sondern eine erste grobe Karte deiner aktuellen inneren Zugriffsbereiche. 

 

Achtung: Bitte lies die Auflösung erst, nachdem du den Test vollständig durchgeführt hast. Wenn du die Erklärung vorher liest, kann deine Wahrnehmung beeinflusst werden und eine unverfälschte Analyse deiner Innenwelt ist danach nicht mehr zuverlässig möglich.

 

Kurze Zusammenfassung zum Apfelraumtest

1. Entspannungsphase
Dieser Abschnitt reduziert äußere Reize und stabilisiert deine Aufmerksamkeit. Dadurch wird deine innere Wahrnehmung klarer und weniger vom Alltag überlagert.

 

2. Der Apfel – visuelle Darstellung
Hier zeigt sich, ob und wie dein inneres System eigenständig ein Objekt erzeugen und aufrechterhalten kann. Der Apfel wird zum ersten Prüfpunkt dafür, ob innere Bilder visuell, gefühlt, räumlich, abstrakt oder eher als Wissen erscheinen.

 

3. Bewegung und Perspektive
Das Drehen des Apfels zeigt, ob deine Innenwelt Bewegung, Perspektivwechsel und räumliche Stabilität erzeugen kann. Dabei wird sichtbar, ob sich der Apfel selbst bewegt, ob sich die Beobachterposition verändert oder ob der Raum um das Objekt herum neu organisiert wird.

 

4. Die Lichtquelle
Die Lichtreflexion prüft, wie detailreich dein inneres Modell arbeitet. Farbe, Oberfläche, Glanz, Richtung und Lichtquelle zeigen, ob der Apfel nur als einfaches Bild erscheint oder bereits Teil eines komplexeren inneren Raumes wird.

 

5. Das Teilen des Apfels
Dieser Moment führt von der Betrachtung zur aktiven Veränderung. Es wird sichtbar, ob dein inneres System eine Handlung durch ein Werkzeug, durch Hände, durch einen Gedankenimpuls oder direkt durch die Modellierung selbst erzeugt.

 

6. Schwerkraft und physikalische Regeln
Hier wird nicht mehr nur ein Objekt dargestellt, sondern ein regelbasiertes Ereignisfeld aktiviert. Wenn die Apfelhälften fallen, zeigt sich, ob deine Innenwelt bekannte physikalische Erwartungen wie Richtung, Gewicht, Fallbewegung und Kontakt in die Simulation einbeziehen kann.

 

7. Die Metallkugel
Die Murmel prüft, ob ein innerer Impuls in Bewegung übersetzt werden kann. Richtung, Gewicht, Reibung, Trägheit, Geschwindigkeit, Oberfläche und Klang zeigen, wie tief dein System Handlung, Material und physikalische Folge miteinander verbindet.

 

8. Der Boden / das Fundament
Der Boden ist einer der wichtigsten Beobachtungspunkte des Tests. Er kann ein normaler Bestandteil der Szene sein, aber auch als Begrenzung des inneren Wahrnehmungs- oder Simulationsraumes erscheinen und damit auf eine tiefere Struktur des Selbstmodells hinweisen.

 

9. Rückkehr
Am Ende löst du dich bewusst von der inneren Simulation und kehrst in den aktuellen Zustand zurück. Diese Rückkehr ist wichtig, damit innere Wahrnehmung und äußere Orientierung wieder klar voneinander getrennt werden.

 

10. Einordnung
Der Apfelraum-Test ist keine Bewertung und kein Test, den man bestehen muss. Er ist eine Momentaufnahme deiner aktuellen inneren Zugänglichkeit und kann zeigen, an welchen Stellen deine Innenwelt bereits klar, räumlich, handlungsfähig oder multisensorisch arbeitet.

Der Apfel - visuelle Innendarstellung

Hier zeigt sich, wie dein inneres System eigenständig Bilder erzeugt, formt und aufrechterhält. Du beobachtest dabei, dass „Sehen“ auch ohne äußere Reize möglich sein kann. Wie klar, lebendig und detailreich der Apfel vor dem inneren Auge erscheint, hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Genau deshalb ist es wichtig zu verstehen, dass Menschen sehr unterschiedliche Zugänge zu visuellen Innendarstellungen haben.

Links seht ihr eine Grafik, die zeigt, dass innere Bilder nicht bei allen Menschen gleich deutlich ausgeprägt sind. Für einen kleinen Teil der Menschen sind visuelle Vorstellungen kaum oder gar nicht bewusst darstellbar. Das bedeutet aber nicht, dass diese Menschen innerlich „blind“ sind. Sie verfügen vielmehr über eine andere Form der inneren Verarbeitung und Wahrnehmung.

Dieses Phänomen wird Aphantasie genannt. Aphantasie ist kein Defizit, sondern eine andere Verarbeitungsform der Innenwelt. Das Selbstmodell ist auch hier vollständig vorhanden und intakt, nur der bewusste Zugriff auf visuelle Innendarstellungen unterscheidet sich. Menschen mit Aphantasie können diesen Test grundsätzlich ebenfalls durchführen, nur sollte der Fokus stärker auf Gefühl, räumlicher Ahnung, Bedeutung, Körperwahrnehmung oder intuitiver Struktur liegen.

Wenn ihr mehr über Aphantasie und ihre Bedeutung für die eigene Innenwelt erfahren möchtet, klickt einfach auf die Grafik oder den weiterführenden Link.
 

Im Gegensatz zur Aphantasie folgt nun der Bereich, den viele Menschen als „inneres Sehen“ beschreiben. Dabei ist wichtig zu verstehen: Innere Bilder werden im Normalfall nicht genauso gesehen wie äußere Objekte. Sie erscheinen eher imaginär, also als innere Vorstellung mit visueller Struktur, aber ohne eigene aktive Leuchtkraft.

Man kann es sich vereinfacht so vorstellen: Ein Fernseher erzeugt ein aktives Bild, das selbst Licht aussendet. Zeichnet man dieses Bild anschließend mit Buntstiften auf ein Blatt Papier, ist der Bildinhalt zwar ebenfalls vorhanden, aber passiv. Er strahlt nicht aus sich selbst heraus, sondern muss durch Aufmerksamkeit innerlich gehalten werden.

Ähnlich verhält es sich bei vielen inneren Bildern. Im Außen sehen wir aktive Lichtreize. In der Innenwelt entstehen dagegen meist passive Vorstellungsbilder. Sie besitzen Form, Farbe, Richtung oder räumliche Anordnung, wirken aber nicht wie ein eigenständig leuchtendes Objekt. Für die meisten Menschen findet inneres Sehen daher eher passiv als aktiv statt.

Wie bei der Aphantasie gibt es jedoch auch hier Unterschiede. Innere Bilder können bei manchen Menschen außergewöhnlich klar, lebendig oder intensiv erscheinen. In seltenen Zuständen kann die Grenze zwischen passiver Vorstellung und einem fast aktiv wirkenden inneren Bild überschritten werden. Modellierte Innenwelten, wie zum Beispiel der Apfel in diesem Test, können dann nicht nur gedacht oder vorgestellt werden, sondern erscheinen mit einer eigenen inneren Präsenz.

Für diesen Zustand verwende ich den Begriff „Eigenleuchten“. Damit meine ich, dass ein Objekt in der Innenwelt nicht mehr nur als passives Vorstellungsbild erscheint, sondern subjektiv eine aktivere, selbststrahlende Qualität annimmt. Wissenschaftlich ist diese Beschreibung vorsichtig einzuordnen, da innere Bilder nicht mit äußerem Sehen gleichgesetzt werden sollten. 

Aus meiner eigenen Erfahrung heraus halte ich die klare Trennung zwischen passiver innerer Vorstellung und aktiv wirkender innerer Wahrnehmung für zu grob. Ich habe mehrfach hochkomplexe, visuell aktive Strukturen in meiner Innenwelt erzeugen können, die sich subjektiv nicht mehr wie gewöhnliche Vorstellung anfühlten. Deshalb verwende ich den Begriff „Eigenleuchten“ als persönliche Erfahrungsbeschreibung für diesen Grenzbereich. Er soll keine wissenschaftliche Behauptung im engeren Sinn ersetzen, sondern einen Bereich benennen, der aus meiner Sicht genauer untersucht und beschrieben werden sollte.









Der Apfel -  in Bewegung
 

 

 

Das Drehen des Apfels zeigt Perspektiven und mögliche Perspektivverschiebungen auf. Der Apfel kann auf unterschiedliche Weise in Bewegung geraten oder auch vollkommen still bleiben.

Stell dir vor, nicht der Apfel selbst dreht sich, sondern der Raum um ihn herum. Vielleicht bleibt die Beobachterposition stabil, vielleicht bewegt sie sich um den Apfel, oder vielleicht verschiebt sich beides gleichzeitig. Schon in dieser ersten Stufe beginnt der klassische Gedanke von „richtig“ und „normal“ zu verschwimmen.

Nicht alle Menschen erleben ihre Innenwelt auf dieselbe Weise. „Normal“ gibt es in der Innenwelt nicht. Jede Innenwelt ist individuell, fast wie ein eigenes Universum an Möglichkeiten. Bereits im ersten Moment des Einstiegs wird sichtbar, dass wir hier eine tiefere und andere Form von Wirklichkeit betreten.

 

 

Die Lichtquelle und Reflexionen

Das Licht im Apfelraum-Test ist ein besonders spannender Punkt, weil es zeigt, wie weit die innere Modellierung bereits ausgearbeitet ist. Zunächst geht es nicht nur darum, ob ein Apfel gesehen werden kann, sondern ob dieser Apfel Farbe, Oberfläche, Glanz und räumliche Tiefe besitzt. Wenn sich der Apfel dreht und dabei Lichtreflexionen auf seiner Schale erscheinen, muss das innere System mehrere Ebenen gleichzeitig verarbeiten: Form, Bewegung, Material, Helligkeit und Richtung.

Interessant ist dabei, dass die Lichtquelle im Test nicht von Anfang an ausdrücklich benannt wird. Manche Menschen hatten die Reflexion vielleicht bereits intuitiv in ihrem inneren Bild, andere erzeugen sie erst in dem Moment, in dem die Frage nach dem Licht gestellt wird. Genau dadurch wird sichtbar, wie stark die Innenwelt auf Sprache, Aufmerksamkeit und Erwartung reagieren kann. Für einige bleibt der Apfel stabil und wird durch das Licht sogar detailreicher, während andere an dieser Stelle merken, dass ihre innere Darstellung unschärfer wird oder nicht weiter belastbar ist.

Die Frage nach dem Licht prüft daher nicht nur ein einzelnes Detail, sondern die aktuelle Auflösung des gesamten inneren Modells. Kann der Apfel farbig erscheinen? Kann er sich bewegen? Kann seine Oberfläche Licht reflektieren? Und kann die Richtung oder Art dieses Lichtes innerlich nachvollzogen werden? Genau an dieser Stelle zeigt sich, ob der Apfel nur als einfaches Vorstellungsbild erscheint oder bereits Teil eines komplexeren inneren Raumes geworden ist.

Wenn die innere Modellierung an dieser Stelle unscharf wird oder ganz verschwindet, ist das kein Fehler. Es zeigt lediglich, dass dein System bei Licht, Bewegung und Oberflächendetails an eine aktuelle Grenze der visuellen Verarbeitung kommt. Diese Grenze sagt nichts über die Tiefe deiner Innenwelt aus, sondern nur darüber, auf welchem Weg dein System innere Informationen bevorzugt verarbeitet. Achte deshalb nicht nur darauf, was nicht mehr sichtbar wurde, sondern frage dich, ob die räumliche Tiefe weiterhin fühlbar oder irgendwie vorhanden geblieben ist. Prüfe auch, ob der Apfel als Objekt noch gehalten werden konnte, selbst wenn er unscharf wurde, und ob seine Präsenz in deiner Innenwelt weiterhin spürbar war.

 

Rote APFEL mit interaktiven, grafischen Elementen und Gesicht im Profil im Hintergrund.
Illustration einer digitalen Darstellung eines Apfels mit technischen Daten und Sensoren.

Das Teilen des Apfels

Das Teilen des Apfels ist einer der entscheidenden Momente im Apfelraum-Test, weil hier eine Grenze überschritten wird. Bis zu diesem Punkt wurde der Apfel betrachtet, gehalten, gedreht und durch Licht, Oberfläche und Bewegung immer weiter ausdifferenziert. Nun aber geschieht etwas anderes: Der Apfel wird nicht mehr nur als Objekt wahrgenommen, sondern innerhalb der Innenwelt aktiv verändert.

Die zentrale Frage lautet daher nicht nur, ob der Apfel geteilt wurde, sondern wodurch diese Teilung möglich wurde. Entstand plötzlich ein Messer? Waren Hände beteiligt? Glitt der Apfel einfach auseinander? Oder geschah die Teilung unmittelbar, ohne sichtbares Werkzeug, nur weil die Anweisung im Test gegeben wurde? Genau an dieser Stelle zeigt sich, wie dein inneres System eine sprachliche Vorgabe in ein konkretes inneres Ereignis übersetzt.

Wenn ein Messer erscheint, wurde ein Werkzeug aus dem bekannten Außenweltmodell in die Innenwelt eingeführt. Dein System erzeugt dann nicht nur den Apfel, sondern zusätzlich eine plausible Ursache, damit die Handlung verständlich und logisch wirkt. Wenn Hände auftauchen, kommt eine körperliche Handlungsperspektive hinzu: Nicht nur das Objekt wird modelliert, sondern auch eine Form von Handlungsträger oder Zugriff auf das Objekt. Wenn der Apfel dagegen einfach auseinandergeht, arbeitet die Innenwelt direkter auf der Ebene der Modellierung selbst. Die Veränderung braucht dann kein sichtbares Werkzeug mehr, sondern geschieht unmittelbar durch den inneren Befehl.

Besonders spannend ist dabei die Frage, ob du die Handlung bewusst in Auftrag gegeben hast oder ob sie sich bereits durch die geführte Meditation von selbst vollzogen hat. Denn die äußere Stimme gibt nur die Anweisung: „Teile den Apfel.“ Wie diese Teilung geschieht, wird nicht festgelegt. Das bedeutet, dass dein inneres System in diesem Moment selbst eine Ursache, eine Mechanik oder eine direkte Transformation erzeugen muss.

Damit entsteht ein aktives Ereignis, das über reine Vorstellung hinausgeht. Der Apfel ist nicht mehr nur ein Bild, sondern Teil einer kleinen inneren Handlungskette. Sprache wird zu Bewegung, Bewegung wird zu Veränderung, und Veränderung braucht entweder eine Ursache oder wird direkt durch das Modell selbst ausgeführt. Genau hier beginnt die Innenwelt, nicht nur darzustellen, sondern zu handeln.

Dieser Moment kann viel über die Struktur deiner inneren Modellierung zeigen. Manche Systeme bleiben nah an der Außenwelt und erzeugen Werkzeuge, Hände oder vertraute Abläufe. Andere Systeme greifen direkter auf die Objektstruktur zu und verändern den Apfel ohne sichtbare Zwischeninstanz. Beides ist richtig. Entscheidend ist nicht, welche Variante erscheint, sondern welche Logik deine Innenwelt nutzt, um aus einer Anweisung ein Ereignis werden zu lassen.

Das Teilen des Apfels ist deshalb mehr als eine einfache Visualisierungsaufgabe. Es fragt nach innerer Kausalität, nach Handlung, nach Kontrolle und nach der Art, wie dein Bewusstsein innerhalb seiner eigenen Simulation Veränderungen erzeugt. In diesem Moment zeigt sich, ob du deine Innenwelt eher wie eine Szene betrittst, in der Dinge mit Werkzeugen geschehen, oder ob du sie wie ein Modellfeld nutzt, in dem Gedanken direkt Form, Bewegung und Veränderung auslösen können.

Wenn die Teilung des Apfels nicht funktioniert, unscharf bleibt oder sich innerlich gar nicht ausführen lässt, ist auch das ein wichtiger Befund. Vielleicht kann dein System den Apfel zwar halten, aber noch keine aktive Veränderung an ihm erzeugen. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Fähigkeit grundsätzlich nicht vorhanden ist. Innere Vorstellung, räumliche Modellierung und gezielte Veränderung mentaler Bilder können je nach Person unterschiedlich ausgeprägt sein und sich durch wiederholte Übung, Aufmerksamkeit und vertrautere Zugänge verändern. Achte daher darauf, ob zumindest eine Absicht, ein Druck, ein kurzer Impuls oder eine Ahnung von Teilung entstanden ist, denn auch das kann bereits zeigen, wie dein inneres System auf die Anweisung reagiert.A

Die Aktivierung der Schwerkraft im inneren Raum

Die Aktivierung der Schwerkraft im inneren Raum

Mit der Aktivierung der Schwerkraft erreicht der Apfelraum-Test eine neue Ebene. Bis zu diesem Punkt ging es vor allem darum, ob ein inneres Objekt erzeugt, gehalten, gedreht, beleuchtet oder verändert werden kann. Nun aber wird nicht mehr nur ein Objekt modelliert, sondern ein regelbasiertes Ereignisfeld aktiviert.

Die Apfelhälften sollen fallen. Diese einfache Anweisung wirkt zunächst unscheinbar, ist aber erstaunlich tief. Denn in der Innenwelt gibt es keine reale Gravitation, keinen physischen Boden und keine empirische Masse. Trotzdem können die Apfelstücke nach unten fallen, als würde ein bekanntes Naturgesetz in der inneren Simulation wirksam werden.

Wissenschaftlich betrachtet wird dabei nicht die echte Physik in die Innenwelt übertragen. Vielmehr aktiviert das Gehirn ein gelerntes Erwartungsmodell der Außenwelt. Aus unzähligen Erfahrungen wissen wir, dass Dinge mit Gewicht nach unten fallen, wenn sie losgelassen werden. Dieses Wissen kann innerlich simuliert und auf ein vorgestelltes Objekt angewendet werden.

Genau hier zeigt sich der Übergang von Modellierung zu Simulation. Ein Apfelbild zu erzeugen bedeutet, ein Objekt innerlich darzustellen. Den Apfel zu teilen bedeutet, eine Veränderung am Objekt zu erzeugen. Die Apfelhälften fallen zu lassen bedeutet jedoch, ein Verhalten nach einem Regelwerk entstehen zu lassen. Die Innenwelt arbeitet dann nicht mehr nur mit Bildern, sondern mit Beziehungen, Erwartungen und innerer Kausalität.

Besonders interessant ist, dass „unten“ in der Innenwelt nicht selbstverständlich existiert. Es muss ein Raum entstehen, in dem Richtung überhaupt Sinn ergibt. Ebenso müssen Masse, Fallbewegung, Schwerkraft und möglicherweise ein Boden innerlich ergänzt werden. Wenn die Apfelstücke also fallen, zeigt sich nicht nur ein visuelles Ereignis, sondern die Fähigkeit des Systems, eine Szene nach bekannten Weltregeln zu organisieren.

Bleiben die Apfelhälften dagegen schwebend im Raum, ist auch das kein Fehler. Es kann bedeuten, dass die Innenwelt an dieser Stelle eher auf der Objekt- oder Informationsebene arbeitet. Der Apfel ist vorhanden, aber der physikalische Raum um ihn herum wurde noch nicht vollständig aktiviert. Auch ein verzögertes, unscharfes oder endloses Fallen kann zeigen, dass die Simulation nur teilweise an ein stabiles Regelwerk gekoppelt ist.

Damit berührt dieser Teil des Tests eine sehr tiefe Frage: Wie weit kann die Innenwelt bekannte Gesetzmäßigkeiten der Außenwelt nachbilden? Wird nur ein Bild gehalten, oder entsteht bereits ein Raum, in dem Dinge nach bestimmten Regeln geschehen? Die Schwerkraft wird hier zu einem Prüfpunkt dafür, ob aus einer inneren Darstellung eine echte innere Szene mit Verhalten, Richtung und Konsequenz wird.

Philosophisch öffnet sich an dieser Stelle ein noch größerer Raum. Normalerweise sagen wir: Die Außenwelt besitzt physikalische Gesetze, und unser Gehirn bildet sie innerlich nach. Das ist die wissenschaftlich stabile Perspektive. Doch aus Sicht des Erlebens begegnen wir der Außenwelt nie direkt, sondern immer durch ein inneres Modell. Die Physik, die wir erfahren, ist daher immer auch eine vom Bewusstsein rekonstruierte Ordnung.

Man könnte deshalb vorsichtig sagen: Die Außenwelt liefert die Regelmäßigkeit, aber die Innenwelt erzeugt die erlebbare Form dieser Regelmäßigkeit. Wenn die Apfelhälften im inneren Raum fallen, begegnen sich beide Ebenen. Die reale Erfahrung der Außenwelt wird als innere Regel aktiviert, und die Innenwelt beginnt, sich wie eine kleine Welt mit eigenen Bedingungen zu verhalten.

Genau deshalb ist dieser Moment so bedeutsam. Die Frage lautet nicht nur, ob die Apfelstücke fallen. Die tiefere Frage lautet: Wann wird aus einem inneren Bild ein simulierter Raum? Und wann beginnt eine Innenwelt, nicht nur Inhalte zu zeigen, sondern eine eigene Ordnung zu erzeugen?

Wenn die Schwerkraft nicht einsetzt und die Apfelhälften weiter schweben, ist auch das kein Scheitern des Tests. Es kann darauf hinweisen, dass dein inneres System den Apfel zwar als Objekt halten kann, aber noch keinen vollständig regelbasierten Raum mit Richtung, Masse und Fallbewegung aktiviert hat. Vielleicht arbeitet deine Innenwelt an dieser Stelle stärker abstrakt oder informationsbezogen, statt eine physikalische Szene zu simulieren. Achte deshalb darauf, ob trotzdem ein Gefühl von Raum, Tiefe, Erwartung oder möglicher Bewegung vorhanden war, auch wenn der eigentliche Fall nicht sichtbar wurde.

Zwei digitale Äpfel schweben über einem holografischen Display mit Daten und Grafiken.

Menschen besitzen offenbar keine bewusste Newtonsche Maschine im Kopf, aber ein erfahrungsbasiertes Erwartungsmodell dafür, wie Objekte sich typischerweise verhalten. Wenn die Apfelhälften im inneren Raum fallen, wird daher nicht echte Physik aktiviert, sondern eine gelernte physikalische Erwartung in eine innere Simulation übertragen.

Quelle: Battaglia, Hamrick & Tenenbaum – „Simulation as an engine of physical scene understanding“

Quelle: Predictive Processing / Friston als theoretischer Rahmen







Die Metallkugel
 
 

 

Wenn deine Apfelhälften bereits an einem klaren Zielpunkt angekommen sind, war die zusätzliche Murmel nicht mehr notwendig. Dieser Teil des Tests war vor allem für jene gedacht, bei denen die Szene noch eine weitere Bewegung brauchte, um den nächsten Beobachtungspunkt sichtbar zu machen.

Die Murmel ist der Moment, in dem die Innenwelt nicht mehr nur betrachtet oder verändert wird, sondern auf einen gezielten Impuls reagieren soll. Du platzierst ein kleines, schweres Objekt in deiner inneren Simulation und gibst ihm mit deinem Gedanken einen sanften Anstoß. Das klingt einfach, ist aber ein sehr komplexer Vorgang, denn nun muss dein inneres System aus einer bloßen Absicht eine Bewegung erzeugen.

In diesem Moment wird sichtbar, ob deine Innenwelt nicht nur Objekte darstellen kann, sondern auch Handlung, Richtung und physikalische Folge abbildet. Die Murmel braucht eine Richtung, ein Gewicht, eine Oberfläche, Reibung, Trägheit, Geschwindigkeit und eine erkennbare Bahn. Wenn sie rollt, zeigt sich, wie stabil dein inneres Modell diese Faktoren miteinander verbinden kann.

Besonders spannend wird es, wenn zusätzlich ein Geräusch entsteht. Dann wird aus der visuellen Simulation eine multisensorische Szene: Du siehst die Murmel nicht nur rollen, sondern hörst vielleicht auch ihr Gleiten, Klacken oder Vibrieren auf der Oberfläche. An dieser Stelle zeigt sich, wie tief deine Innenwelt bereits aufgelöst ist. Denn die Murmel prüft nicht mehr nur, was du sehen kannst, sondern ob dein inneres System Bewegung, Material, Klang und Ursache zu einem zusammenhängenden Ereignis verbinden kann.

 

 

Der Boden  und die Projektionsebene

Der Boden ist im Apfelraum-Test einer der wichtigsten Beobachtungspunkte, weil er nicht einfach nur eine Fläche innerhalb der Szene sein muss. Wenn die Apfelhälften oder die Murmel einen Boden erreichen, zeigt sich dort, ob die innere Simulation einen Abschluss, eine Kontaktfläche oder eine erkennbare Begrenzung erzeugt. Bis zu diesem Moment ging es um Objekt, Bewegung, Licht, Handlung und physikalische Folge. Mit dem Boden erscheint nun die Frage, worauf diese innere Szene eigentlich ruht.

Ein Boden kann dabei ganz unterschiedlich erlebt werden: als Holz, Stein, Metall, dunkle Fläche, heller Raum, diffuse Ebene oder auch nur als gefühlter Widerstand. Manchmal wirkt er wie ein normaler Bestandteil der Szene, ähnlich wie eine Tischplatte oder ein Raumuntergrund. In anderen Fällen kann er jedoch tiefer liegen und eher wie eine Begrenzung des inneren Wahrnehmungs- oder Simulationsraumes erscheinen. In diesem Fall könnte man vorsichtig von dem sprechen, was ich in diesem Projekt als „Projektionsebene“ bezeichne.

Genau deshalb ist dieser Punkt so interessant. Der Boden kann anzeigen, wie weit die innere Modellierung bereits reicht und ob sie einen stabilen Raum mit Richtung, Kontakt und Begrenzung erzeugen kann.

In meinem Projekt verwende ich den Begriff „Projektionsebene“ für die fundamentale Darstellungsfläche des Selbstmodells. Sie ist nicht einfach ein gewöhnlicher Boden innerhalb einer inneren Szene, sondern das Fundament, auf dem sich das Selbstmodell als erlebbare Innenwelt präsentiert. Wenn im Apfelraum-Test ein Boden erscheint, muss daher individuell unterschieden, betrachtet und bewertet werden, ob es sich nur um eine normalen Szenenboden handelte oder ob möglicherweise eine tiefere Begrenzungsfläche des Selbstmodells sichtbar wurde.

Wichtig ist daher nicht nur, dass ein Boden erschienen ist, sondern wie er sich angefühlt und dargestellt hat. War er massiv oder kaum greifbar? Hatte er Material, Struktur, Tiefe oder einen Rand? Wirkte er wie ein gewöhnlicher Boden oder eher wie eine Grenze, an der die innere Szene selbst endet? Genau diese Details machen den Boden zu einem der spannendsten Punkte des gesamten Tests.

Der Abschnitt zum Boden knüpft an Metzingers Theorie des phänomenalen Selbstmodells an. Während Metzinger beschreibt, dass das Selbstmodell normalerweise transparent bleibt und nicht als Modell erkannt wird, fragt der Apfelraum-Test vorsichtig danach, ob in einer geführten Innenraumsimulation zumindest Grenzbereiche dieses inneren Darstellungsraumes erfahrbar werden können. Ergänzend berührt dieser Teil Forschung zu räumlicher Kognition und intuitiver Physik, da Boden, Fall, Kontakt und Begrenzung als Elemente eines inneren Simulationsraumes auftreten.

Quelle: Thomas Metzinger – Being No One oder The Ego Tunnel

Quelle: Thomas Metzinger Emeritus Professor of Philosophy, JGU Mainz

Quelle: Cognitive Mapping

Rote APFEL mit interaktiven, grafischen Elementen und Gesicht im Profil im Hintergrund.



Was bedeutet das nun alles für dich

Der Apfelraum-Test ist kein Test, den man bestehen oder nicht bestehen kann. Er zeigt vielmehr, an welcher Stelle deine Innenwelt im Moment besonders leicht zugänglich ist und wo sie noch abstrakt, unscharf oder schwer greifbar bleibt. Nur ein kleiner Teil der Menschen durchläuft den gesamten Test vollständig bis zum Ende, was bereits zeigt, wie anspruchsvoll diese Form der inneren Modellierung ist.

Vielleicht konntest du den Apfel klar sehen, vielleicht nur fühlen, vielleicht wurde er unscharf oder blieb eher als Wissen vorhanden. Vielleicht gelang die Drehung, die Teilung, die Lichtreflexion, das Fallen der Apfelhälften oder das Rollen der Murmel. Jeder dieser Abschnitte zeigt einen anderen Bereich deiner Innenwelt: visuelle Vorstellung, räumliche Tiefe, Bewegung, Handlung, physikalische Simulation, Klang, Kontakt und Begrenzung.

Wenn du an einer bestimmten Stelle ausgestiegen bist, ist genau diese Stelle für dich besonders interessant. Sie zeigt nicht, dass etwas fehlt, sondern wo dein inneres System aktuell seine Grenze, seine bevorzugte Verarbeitungsform oder seinen nächsten möglichen Zugangspunkt zeigt. Wer den Boden erreicht hat, sollte besonders auf dessen Beschaffenheit achten, während jene ohne klaren Boden eher prüfen können, ob Tiefe, Richtung, Gefühl oder abstrakte Präsenz vorhanden waren.

Die wichtigste Erkenntnis ist daher nicht, wie weit du gekommen bist, sondern wie deine Innenwelt auf die einzelnen Impulse reagiert hat. Der Test ist eine erste Karte, kein endgültiges Urteil. Er ist eine Momentaufnahme deiner aktuellen inneren Zugänglichkeit. Viele Menschen können ihre Innenwelt mit Zeit, Aufmerksamkeit und Übung weiter erforschen und differenzierter wahrnehmen lernen. Genau dabei soll dieses Projekt unterstützen: nicht durch feste Antworten, sondern durch Orientierung, Sprache und einen bewussteren Zugang zur eigenen inneren Wirklichkeit.

in Anlehnung an Metzingers Begriff des phänomenalen Selbstmodells

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Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der persönlichen Reflexion und Orientierung. Sie stellen keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung dar und ersetzen keine professionelle Diagnose oder Behandlung.

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Teile der visuellen Inhalte dieser Website wurden mithilfe von KI-Systemen erstellt oder strukturiert.

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