Einleitung

Während deiner Sessions können verschiedene ungewohnte Wahrnehmungen, Empfindungen oder Reaktionen auftreten. Viele davon sind nicht zwangsläufig problematisch, können beim ersten Auftreten jedoch irritierend wirken oder Ängste auslösen besonders dann, wenn du noch nicht weißt, wie du sie einordnen sollst.

In diesem Kapitel findest du deshalb einen Katalog möglicher Begleiterscheinungen und Schwierigkeiten. Er soll dir helfen, bestimmte Phänomene frühzeitig zu erkennen, besser zu verstehen und angemessen auf sie zu reagieren. Denn sobald eine Erfahrung beschrieben und benannt werden kann, verliert sie häufig einen Teil ihrer Unbestimmtheit und damit auch einen Teil ihrer beängstigenden Wirkung.

Dieser Katalog dient jedoch nicht dazu, jede ungewöhnliche Erfahrung automatisch als harmlos zu bewerten. Entscheidend bleiben ihre Intensität, ihre Dauer und die Frage, ob sie sich auch nach der Session auf deinen Alltag oder dein Wohlbefinden auswirkt.

Schlafparalyse

Eine Person geht auf einem Pfad neben einem Baum bei Sonnenuntergang mit dramatischem Himmel.

Wie verhalte ich mich wenn eine Schlafparalyse eintritt

Eine Schlafparalyse ist ein vorübergehender Übergangszustand, der beim Einschlafen oder Erwachen auftreten kann. Dabei ist das Bewusstsein bereits vorhanden, während sich der Körper noch in der für den REM-Schlaf typischen Muskelhemmung befindet und deshalb nicht willentlich bewegt werden kann. Manche Menschen nehmen zusätzlich Stimmen, Gestalten, Berührungen, einen Druck auf der Brust oder eine fremde Präsenz wahr, während andere lediglich Bewegungslosigkeit, Dunkelheit oder einen fehlenden Zugang zum eigenen Körper erleben. Obwohl eine Schlafparalyse gewöhnlich von selbst endet und körperlich meist ungefährlich ist, kann sie ohne vorheriges Wissen große Angst oder sogar Panik auslösen. 

Was kannst du in einem solchen Moment tun?

Versuche zunächst, ruhig zu bleiben und den Zustand für einen Augenblick anzunehmen. Möglicherweise kannst du dich weder bewegen noch etwas sehen oder hören. Erinnere dich dann an das, was du bereits über Schlafparalyse gelernt hast: Du bist weiterhin präsent, auch wenn dein Körper und die Außenwelt vorübergehend nicht erreichbar erscheinen.

Halte inne und versuche nicht, mit aller Kraft gegen den Zustand anzukämpfen. Beobachte, was geschieht, und ziehe in Betracht, dass du dich gerade in einer Schlafparalyse befindest. Sollten Bilder, Stimmen oder Gestalten erscheinen, erinnere dich daran, dass auch sie Bestandteile dieses Übergangszustands sein können. Wenn es dir hilft, kannst du ihnen mit Neugier begegnen und beobachten, wie sie sich verändern – du musst dich jedoch nicht auf sie einlassen.

Sammle dich innerlich und versuche anschließend, langsam wieder Kontakt zu deinem Körper aufzunehmen. Du kannst versuchen, die Augen zu öffnen oder zunächst einen Finger, einen Zeh oder ein Bein zu bewegen. Gelingt es noch nicht, warte einen Moment ab und versuche es später erneut, ohne dich unter Druck zu setzen. Die Schlafparalyse endet normalerweise von selbst; mit dem Nachlassen der Muskelhemmung kehren Körperempfindung, Motorik und der Zugang zur Außenwelt schrittweise zurück.

Treten Schlafparalysen häufig auf oder gehen sie mit starker Tagesmüdigkeit, unkontrolliertem Einschlafen, Atemproblemen oder anderen auffälligen Beschwerden einher, solltest du sie ärztlich beziehungsweise schlafmedizinisch abklären lassen.

 

Crash einer Innen-Simulation

Eine Person geht auf einem Pfad neben einem Baum bei Sonnenuntergang mit dramatischem Himmel.

Wenn die Innen Simulation gecrasht wird

Eine Innensimulation ist eine vollständig erzeuge 3D Welt im Gedanklichen Innenraum. Es ist kein Traum oder Luzide Traum sondern eine echte 3D erzeugte Simulation. Der Begriff „Innensimulation“ ist dabei ein Arbeitsbegriff dieses Projekts und keine medizinische oder neurologische Diagnose.

Viele Übungen auf dieser Webseite arbeiten mit solchen inneren Räumen. Mit zunehmender Tiefe können die Szenen immer detaillierter, dynamischer und wirklichkeitsnäher erscheinen. Unter bestimmten Bedingungen kann die Darstellung jedoch instabil werden oder abrupt zusammenbrechen. Diesen subjektiv erlebten Abbruch bezeichne ich im Folgenden als Crash.

Überlastungscrash

Ein Überlastungscrash kündigt sich möglicherweise dadurch an, dass sich die Simulation verselbstständigt, immer schneller verändert oder den gesamten inneren Horizont mit hochaufgelösten Darstellungen ausfüllt. Sobald du bemerkst, dass du die Übersicht verlierst oder die Erfahrung unangenehm wird, solltest du die Session beenden.

Öffne dazu die Augen und orientiere dich bewusst im realen Raum. Nimm Gegenstände, Geräusche und den Kontakt deines Körpers mit dem Sessel, Bett oder Boden wahr. Die einströmenden Sinnesreize können die innere Darstellung in den Hintergrund drängen und ihre Intensität verringern.

Nach einem abrupten Abbruch kann es vorkommen, dass sich zunächst keine neue stabile Innensimulation aufbauen lässt oder du dich geistig erschöpft fühlst. Versuche in diesem Fall nicht, die Darstellung mit Gewalt wiederherzustellen, sondern gönne dir eine Pause. Ruhe, leichte Bewegung und ein kurzer Spaziergang können dabei helfen, dich wieder in der Außenwelt zu verankern. Trinke bei Bedarf etwas Wasser und warte ab, bis du dich wieder vollständig stabil fühlst.

Physikcrash

Als Physikcrash bezeichne ich einen abrupten Abbruch, der aus einem besonders körpernahen und realistisch erlebten Geschehen innerhalb der Simulation hervorgeht. Da für dieses Phänomen bislang keine passende wissenschaftliche oder allgemein gebräuchliche Bezeichnung existiert, verwende ich in diesem Projekt den Begriff „Physikcrash. 

In sehr tiefen Zuständen kann sich die eigene Beobachterposition vollständig in die dargestellte Umgebung verlagern. Bewegungen, Gleichgewicht, Beschleunigung, Berührungen und andere Sinneseindrücke können dann so intensiv integriert werden, dass sie sich körperlich real anfühlen.

Innerhalb einer solchen Simulation kann es beispielsweise möglich sein, Licht als blendend zu erleben, Gerüche wahrzunehmen, den Boden unter den Füßen zu spüren oder auf scheinbare Fliehkräfte und Gleichgewichtsveränderungen zu reagieren. Auch Schmerzen können subjektiv deutlich empfunden werden, obwohl keine körperliche Verletzung in der Außenwelt stattgefunden hat.

Besonders extreme Szenarien können die Simulation abrupt beenden. Dazu gehören beispielsweise ein Aufprall mit einem Fahrzeug, ein Sturz aus großer Höhe oder andere Situationen, die innerhalb der Darstellung als unmittelbare körperliche Gefahr erlebt werden. Nach einem solchen Abbruch können vorübergehend Schwindel, Kopfschmerzen, Desorientierung oder starke Erschöpfung auftreten. Diese Beschwerden beweisen keine körperliche Verletzung, sollten aber dennoch ernst genommen werden.

Erzeuge deshalb innerhalb einer tiefen Simulation keine Unfälle, Stürze oder anderen Extremsituationen, um lediglich auszuprobieren, was geschieht. Auch eine bewusst aufgebaute Innenwelt lässt sich nicht in jedem Moment vollständig kontrollieren. Verantwortung bedeutet hier vor allem, die eigenen Grenzen zu respektieren und eine Session rechtzeitig zu beenden.

Nach einem Physikcrash gilt in diesem Projekt vorsorglich eine Pause von mindestens 24 Stunden. Beginne erst dann wieder mit intensiver Innenweltarbeit, wenn Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Desorientierung vollständig verschwunden sind. Halten die Beschwerden länger an, sind sie ungewöhnlich stark oder treten neurologische Auffälligkeiten hinzu, sollte nicht weitergeübt, sondern ärztlicher Rat eingeholt werden.

 

Fremde Entitäten

Episodenprinzip

Fremde Entitäten in der eigenen Innenwelt

Begegnungen mit fremd wirkenden Entitäten

In tiefen Zuständen kann es zu Begegnungen mit Gestalten oder Entitäten kommen, die innerhalb der eigenen Innenwelt als fremd, eigenständig und teilweise sogar vollkommen unabhängig erscheinen. Solche Begegnungen gehören zu den Kernthemen meines Projekts. Da ich diese Phänomene gezielt erforsche, möchte ich an dieser Stelle einige grundsätzliche Hinweise geben.

Menschen berichten immer wieder von Wesen, Stimmen, Gestalten oder anderen scheinbar eigenständigen Erscheinungen in ihrer Innenwelt. Solche Momente können überraschend und außerordentlich realistisch wirken. Entscheidend ist, sie weder vorschnell zu fürchten noch ihnen ungeprüft eine äußere oder übernatürliche Existenz zuzuschreiben.

Ich selbst habe zahlreiche solcher Begegnungen erlebt, ohne dabei Angst zu empfinden. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Mensch ebenso reagieren muss. Wenn Angst entsteht, ist sie zunächst eine verständliche Reaktion auf etwas, das fremd und nicht vollständig kontrollierbar erscheint.

Deine Innenwelt steht immer in Beziehung zu dir selbst. Alles, was du dort wahrnimmst, erscheint zunächst innerhalb deines eigenen Erlebens – unabhängig davon, wie fremd, eigenständig oder intelligent es sich anfühlt. Eine solche Erscheinung kann bedrohlich wirken, mit dir sprechen oder scheinbar eigene Absichten besitzen. Daraus folgt jedoch nicht, dass es sich um ein äußeres Wesen handelt, das unabhängig von dir existiert.

Negativ wirkende Begegnungen können mit Ängsten, Erinnerungen, inneren Konflikten, unbeantworteten Fragen oder anderen unbewussten Prozessen verbunden sein. Ihre genaue Bedeutung sollte jedoch nicht vorschnell festgelegt werden. Wenn du starke Angst, Kontrollverlust oder eine zunehmende Belastung wahrnimmst, beende die Session, öffne die Augen und orientiere dich wieder in der Außenwelt. Treten solche Erfahrungen wiederholt außerhalb deiner Sessions auf, beeinträchtigen sie deinen Alltag oder fällt es dir zunehmend schwer, Innenwelt und Außenwelt voneinander zu unterscheiden, solltest du professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen.

Auch positive Begegnungen sollten mit Klarheit betrachtet werden. Eine Erscheinung kann freundlich, hilfreich, wissend oder zutiefst vertraut wirken und dennoch Bestandteil deiner Innenwelt bleiben. Übertrage ihre Aussagen nicht ungeprüft auf die Außenwelt und leite daraus keine bindenden Aufträge, besonderen Fähigkeiten oder unumstößlichen Wahrheiten ab. Du kannst die Begegnung beobachten, mit ihr kommunizieren und über ihre mögliche Bedeutung nachdenken, ohne sie externalisieren zu müssen.

Die eigene Innenwelt kann eine Tiefe und Eigenständigkeit entfalten, deren Grenzen wir bislang kaum kennen. Doch gerade weil sie so wirklich erscheinen kann, ist eine klare Unterscheidung entscheidend: Was immer dir dort begegnet, darf ernst genommen werden aber es sollte zunächst als Erfahrung deiner Innenwelt verstanden werden.

Halte dich daher an folgende Regel:

Jede Begegnung beginnt bei null und endet bei null. Eine spätere Wiederkehr wird als neue Erscheinung behandelt, auch wenn Aussehen, Persönlichkeit und Erinnerungen vollständig mit einer früheren Begegnung übereinstimmen.

Das hat mehrere wichtige Folgen:

  • Keine Entität kann über mehrere Sessions hinweg Autorität ansammeln.
  • Es entsteht keine fortlaufende Beziehung, die in den Alltag übertragen wird.
  • Wiedererkennung wird nicht automatisch mit fortdauernder Existenz verwechselt.
  • Aussagen über frühere Begegnungen gelten als Inhalt der aktuellen Episode.
  • Jede Begegnung wird neu beobachtet und unabhängig bewertet.
  • Nach dem Ende bleibt kein offener Auftrag und keine Verpflichtung zurück

Mit dem Ende einer Session endet die aktuell erzeugte Instanz. Gespeicherte Muster können fortbestehen und später eine qualitativ identische Erscheinung hervorbringen, doch daraus folgt keine fortlaufende Identität der Entität. Dasselbe Prinzip gilt für das eigene Ich.

 


Bitte beachten

 

Die auf dieser Seite beschriebene Methode dient der persönlichen Reflexion und Selbstentwicklung. Sie ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung, medizinische Beratung oder professionelle Therapie.

Bitte beachte:

 

Eigenverantwortung: Du bist selbst dafür verantwortlich, deine Grenzen wahrzunehmen und bei Bedarf professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen (z. B. Psychotherapeut:in, Trauma-Therapeut:in oder Beratungsstelle).

Die Inhalte dieser Seite basieren auf Erfahrungen und erprobten Methoden, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder medizinische/psychologische Richtigkeit.

Silhouette einer Person mit Warnsymbol, Sicherheitssymbol und Daten angezeigt.

Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der persönlichen Reflexion und Orientierung. Sie stellen keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung dar und ersetzen keine professionelle Diagnose oder Behandlung.

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